Big Data = Better Data or not ? box of pandora

Word Cloud "Big Data"
Big Data ist aus meiner Sicht die „Veredelung vom Informations-Rohmaterial“ für das „new Business“ – sind aber diese Informations-Extraktionen die besseren Informationen bzw. was für Auswirkungen scheinen sich zu akzentuieren ?

Es werden einige anspruchsvolle Herausforderungen auf uns zuzukommen um den Nutzen von „Big Data“ adäquat ermöglichen und unterstützen zu können:

– Reicht nur 1 „Mensch“ (nicht wertend gedacht aber wir sind ja schliesslich keine hochspezialisierten Informations-Verarbeitungsmaschinen) um Erst-Auswertungen und Erst-Analysen aufzubereiten als Management Summary oder Reports ? oder ist dieser „nur“ 1 Mensch zu unterstützen mit mehreren Menschen oder „Machine learning“ zur Extraction (auch schon bei der Definition von z.B. Metadaten) von möglichst neutralen und sachlichen, nicht beeinflussten Informationen ?

– Im Rahmen der IT-Strategie wird Big Data und deren Auswirkungen und Innovationen ein aufgrund der hohen Relevanz ein weiteres Hauptthema werden.

– Sicherheit ist ebenfalls ein BIG Thema bei Big Data in einzelnen Beispielen wie:
–> Wer und was kann diese Datenvoluminas noch beherrschbar kontrollieren und (un)wissentliche Fehlinputs / Fehl-Datenströme filtern und eskalieren?
–> Social Engineering beim Big Data könnte verursachen, dass Spezialisten im Big Data Umfeld infiltriert oder missbraucht werden könnten für fatal falsche Trends und Auswertungen (Stichworte: Terrorbekaempfung, Fahndung, Militaers, Börse, Forschung, Medizin, Staatsentscheidungen etc.)
–> Zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie z.B. Multifactor-Authentication, Multifactor-Release oder bewusst verteilte Systeme (z.B. Gewalten-Trennung von Daten-Speicherung / Daten-Verarbeitung / Daten-Releases / Daten-Archivierung / Daten-Sicherheits-Services etc.) scheinen unumgänglich zu werden für den gesicherten Zugang bzw. (oder gar zuvor mehrfachbewerteten) Auswertungen
–> Information Governance als nötiger, erweiterter Teilbereich
–> Big Data = Basis für auch totale (zu regulierende…) Staats-Trojaner-Ueberwachung?
–> Welcher Staat oder Firma hält wo was für Hintertürchen offen?
>> siehe zum Thema Sicherheit ein anderer publizierter Artikel für ISACA im Swiss IT MagazineITM2014_09_ISACA_03

– Die Aspekte rund um „Wissen ist Macht“ werden noch akzentuierter und Weltmächte mit grossen Ressourcen wie Bodenschätze, Öl, Energie, Wasser werden den gleichen Wettbewerbsvorteil und Informationsvorsprung mit dem neuen „Öl der Zukunft“ – dem Big Data – aufbauen und erweitern wollen.

– Wieviele Regulationen auf nationaler oder gar internationaler Ebene sind nötig oder vertretbar für die Beherrschbarkeit (Geht das überhaupt??) von Potentialen oder auch Gefahren von Big Data?

– Das vermeintliche „Recht auf Vergessen“ aller digitalen Spuren scheint nur schon technisch nicht mehr möglich zu sein aufgrund der unerschöpflichen Bandbreite und Anzahl von „Big Data Datensammlern“

– Das „Internet der Dinge“ als weiterer Faktor wird weitere Inputs und Innovationen ermoeglichen.

– Neue Anforderungen an die künftigen Apps, User Interfaces, User Experience in Bezug auf Darstellung / Modellierbarkeit / Formfaktoren / Bedienungskonzepten –> Analogie: ein einfaches Excel oder Powerpoint reicht nicht mehr für dynamisch präsentierbare und report-gerechte bzw. verständliche Darstellungen von immer komplexer werdenden Informations-Extraktionen (?)

– Chancengleichheit: haben ALLE (oder genügend) Menschen aus allen Bevölkerungsschichten, Ethnien und Staaten einen adäquaten und fairen Zugang zu den Technologien rund um Big Data ? –> das ist ja bereits beim „uralten“ Internet noch in weiter Ferne …

– Neue Anforderungen an Datenbank-Typen, Speicher-Typen und Speicher- und Berechnungs-Orten der Daten aufgrund der Voluminas und Performance-Anforderungen (z.B. hochperformantes Supercomputing oder finanziell verkraftbareres Cloud Computing mit dynamisch mietbaren Workloads)

– Im Bereich der Ausbildung, Personal-Rekrutierung und Personal-Kapital-Management werden neue Spezialisten in Richtung „Big Data Scientist“ weitere Fragen und Herausforderungen generieren –> „Weitergehend zu prüfendes“ Vertrauen in Personen in zunehmend organisations-vitalen Schlüssel-Positionen –> Möglichst tiefe Fluktuations-Raten und KnowHow-Sicherstellung mittels z.B. attraktiven Mitarbeiter-Retensions-Innovationen werden zunehmend wettbewerbs-entscheidend

– Big Data ist aus meiner Sicht eine extrem mächtige und aber auch sehr gefährliche Waffe – ohne Regulatorien und ohne Pflicht eines Waffenscheins …

– „Big Data ist ein Versprechen oder gar Verbrechen (?!) für die vermeintliche Allwissenheit“ ??
–> es scheint, dass wir eine neue „Box of Pandora“ vor uns haben …

ICT-Online-Offline-Balance – ein Ding der (Un)möglichkeit?!

unerreichbar

Ein neues Berufsbild oder gar Berufung könnte « ICT-Offline-Therapie » werden im digitalen Informations-Austausch-Wahn und 7x24h-Online-Präsenz

Publizierter Artikel im Management Magazin von sia.ch MM_06_2014_ITBox

 Die Arbeit auf 7 Tage verteilen zu können mittels ICT-Technologien, ergibt grundsätzlich einen grossen Freiheitsgrad aber birgt auch eine Gefahr von einer zu einseitig entschwindenden Entgrenzung der Arbeit und Dauer-Erreichbarkeit. Es sollte uns selber (oder notfalls mit Hilfe von Spezialisten oder Technologien) gelingen, im Moment zu leben ohne ständig online zu sein in der unterschwelligen Furcht etwas verpassen zu können. „Fear of missing out“ ist schon ein gängiger Begriff um diesen krankhaften und optimierbaren Zustand erklären zu versuchen. Die fortwährende und vorallem auch immer dynamischer werdende Informationsflut und „Krieg der Informations- und Aufgaben-Delegation“ zwingt viele Personen und auch ICT-Systeme in die Knie aufgrund fehlenden Regeln, Workflows oder schlicht mangels gesundem Menschenverstand.

Sich selber einer Art „Informations-Diät“ zu erzwingen kann unterstützt werden mit einfachen Regeln oder Filtern in den gängigen Mail-, Social-Media- oder Collaborations-Programmen. Oder noch pragmatischer: Wer braucht wirklich die progressive „Push-Funktion“ auf dem Smartphone welches mehrmals pro Stunde eine „Mikroverletzung am Gehirn / Konzentration / Arbeit und letztlich Privatsphäre“ generiert? >> siehe auch anderen Artikel hierzu

Eine der besten aber effektiv-schwächsten Erfindungen im Internet-Zeitalter ist das Medium Email welches ohne Unterstützungen mittels z.B. Regeln, Workflows oder ergänzenden Ersatz-Systemen wie z.B. Yammer, OneNote, Sharepoint, Evernote, Delve sehr schnell zum „Work-Life-Balance“-Killer werden kann.

Die Privatsphäre wird mittels Email, Whatsapp, SMS, Facebook, Twitter sehr schnell missbraucht von fordernden Absendern welche kurz vor deren Feierabend noch eine dringliche Aufgabe mit sehr grosser Erwartungshaltung am nächsten frühen Morgen (oder gar am gleichen Abend) erledigt haben wollen und dabei mitunter auch eigene Versäumnisse, Projekt-Missstände oder verhinderbare Fehler bequem und vermeintlich ohne Konsequenzen delegieren versuchen.

Die Effektivität von digitalen Informationsmedien scheint aufgrund z.B. der begrenzten Aufnahme- und Bearbeitungs-Fähigkeit (auch Ablenkbarkeit oder begrenztem adaptiven Lernen) des menschlichen Gehirns zunehmend nur noch mit unterstützenden, zukünftigen Technologien wie z.B. strukturierterem Informationsaustausch mittels gemeinsam festgelegten Regeln / Workflows oder gar mittels „Künstliche Intelligenz / Machine Learning“ oder „Big Data / Data Mining“ sichergestellt zu werden.

Ein Wissensvorsprung und gar Wettbewerbsvorteile sind weitere Faktoren welche zu solchen neuen, unterstützenden ICT-Technologien führen.

Schliesslich können zunehmend leider nur „echte Maschinen“ den „working anytime and everywhere“ Menschen unterstützen im neuen „sharing focussed“ Informations-Austausch-Zeitalter welches zunehmend auf „extracted output“ und „customized work“ basiert – wenigstens während der Schlafenszeit oder Ruhepausen … also doch bald eher „Online-Offline-Balance“ anstelle „Work-Life“?