ICT-Online-Offline-Balance – ein Ding der (Un)möglichkeit?!

unerreichbar

Ein neues Berufsbild oder gar Berufung könnte « ICT-Offline-Therapie » werden im digitalen Informations-Austausch-Wahn und 7x24h-Online-Präsenz

Publizierter Artikel im Management Magazin von sia.ch MM_06_2014_ITBox

 Die Arbeit auf 7 Tage verteilen zu können mittels ICT-Technologien, ergibt grundsätzlich einen grossen Freiheitsgrad aber birgt auch eine Gefahr von einer zu einseitig entschwindenden Entgrenzung der Arbeit und Dauer-Erreichbarkeit. Es sollte uns selber (oder notfalls mit Hilfe von Spezialisten oder Technologien) gelingen, im Moment zu leben ohne ständig online zu sein in der unterschwelligen Furcht etwas verpassen zu können. „Fear of missing out“ ist schon ein gängiger Begriff um diesen krankhaften und optimierbaren Zustand erklären zu versuchen. Die fortwährende und vorallem auch immer dynamischer werdende Informationsflut und „Krieg der Informations- und Aufgaben-Delegation“ zwingt viele Personen und auch ICT-Systeme in die Knie aufgrund fehlenden Regeln, Workflows oder schlicht mangels gesundem Menschenverstand.

Sich selber einer Art „Informations-Diät“ zu erzwingen kann unterstützt werden mit einfachen Regeln oder Filtern in den gängigen Mail-, Social-Media- oder Collaborations-Programmen. Oder noch pragmatischer: Wer braucht wirklich die progressive „Push-Funktion“ auf dem Smartphone welches mehrmals pro Stunde eine „Mikroverletzung am Gehirn / Konzentration / Arbeit und letztlich Privatsphäre“ generiert? >> siehe auch anderen Artikel hierzu

Eine der besten aber effektiv-schwächsten Erfindungen im Internet-Zeitalter ist das Medium Email welches ohne Unterstützungen mittels z.B. Regeln, Workflows oder ergänzenden Ersatz-Systemen wie z.B. Yammer, OneNote, Sharepoint, Evernote, Delve sehr schnell zum „Work-Life-Balance“-Killer werden kann.

Die Privatsphäre wird mittels Email, Whatsapp, SMS, Facebook, Twitter sehr schnell missbraucht von fordernden Absendern welche kurz vor deren Feierabend noch eine dringliche Aufgabe mit sehr grosser Erwartungshaltung am nächsten frühen Morgen (oder gar am gleichen Abend) erledigt haben wollen und dabei mitunter auch eigene Versäumnisse, Projekt-Missstände oder verhinderbare Fehler bequem und vermeintlich ohne Konsequenzen delegieren versuchen.

Die Effektivität von digitalen Informationsmedien scheint aufgrund z.B. der begrenzten Aufnahme- und Bearbeitungs-Fähigkeit (auch Ablenkbarkeit oder begrenztem adaptiven Lernen) des menschlichen Gehirns zunehmend nur noch mit unterstützenden, zukünftigen Technologien wie z.B. strukturierterem Informationsaustausch mittels gemeinsam festgelegten Regeln / Workflows oder gar mittels „Künstliche Intelligenz / Machine Learning“ oder „Big Data / Data Mining“ sichergestellt zu werden.

Ein Wissensvorsprung und gar Wettbewerbsvorteile sind weitere Faktoren welche zu solchen neuen, unterstützenden ICT-Technologien führen.

Schliesslich können zunehmend leider nur „echte Maschinen“ den „working anytime and everywhere“ Menschen unterstützen im neuen „sharing focussed“ Informations-Austausch-Zeitalter welches zunehmend auf „extracted output“ und „customized work“ basiert – wenigstens während der Schlafenszeit oder Ruhepausen … also doch bald eher „Online-Offline-Balance“ anstelle „Work-Life“?

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3 Gedanken zu “ICT-Online-Offline-Balance – ein Ding der (Un)möglichkeit?!

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