The BIM bang?! Heiliger BIM Bam? Das Streben nach Business Excellence transformiert die Bauindustrie

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BIM ist Realität und weckt Hoffnung in eine adaptierbare Innovation
Die Interessengemeinschaft „Bauen Digital Schweiz“ ist offiziell gegründet worden an der Swissbau in Basel. Nebst bereits bestehenden, älteren Vorstössen, anderen Organisationen und bereits „pionier-artig tätigen“ Firmen der Bauindustrie weckt dies weitere Hoffnungen und Erwartungshaltungen in dieses verheissungsvolle Kapitel der transformationellen, industriellen (R)Evolution und auch Nachholbedarf.

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Wandlungsdruck zur Transformation, Innovation und Digitalisierung
Der Wandlungsdruck in allen Businessprozessen aufgrund aktuellen und künftigen BIM-Anforderungen (beginnend bei Wettbewerben oder Ausschreibungen) und auch noch ungenutzten Produktivitätspotentialen erzwingen entsprechende stufengerechte Massnahmen in Richtung von digitalisierten Bau-, Planungs- und Betriebs-Prozessen.
Wer glaubt, diese vermeintlich nur temporär existente „Wolke“ vorbeiziehen lassen zu können, wird sich definitiv „vom Regen in der Traufe“ wiederfinden und die anstehenden und vorallem künftige Potentiale des Bauindustrie-Marktes verpassen.
Hierbei dürfte den meisten Experten klar sein, dass auch regulatorische oder normative Vorgaben den Weg in diese bauindustrielle Transformation klar vorgeben werden wie es bekanntlich in anderen Ländern schon zwingend ist.

Breitere Akzeptanz durch adaptierbarer Praxisnutzen?
Wenn es die diversen Fachgruppen, normativen Vorgaben oder Interessengemeinschaften schaffen, stufengerechte – und wirklich auch adaptierbare – sinnvolle Hilfsmittel, Merkblätter, Tools zu etablieren wird der breiteren Akzeptanz in hoffentlich jeder Grösse von Planungsbüros wenig im Wege stehen.
Die jahrzehntelang gelebten, eigenen Bürostandards (auch mitunter mangels eben adaptierbaren Tools) vermögen die künftigen BIM-Anforderungen nicht mehr einfach so abdecken. Hier ist ein grosser Bedarf und ein grosses Potential an zukunftsorientierter Modernisierung.

Nichts ohne Standardisierungen und Normierungen
Im nationalen und vor allem internationalen bzw. immer professionelleren Wettbewerb der „challenge-gewohnten“ Planern und Gebäudetechnikern sind dringlichst griffige und adaptierbare Standards und Normen zu entwickeln und zu etablieren.
Einige bereits im BIM-Thema „pionierartig“ tätige Unternehmen stellen die Speerspitze dieser (R)Evolution dar und engagieren sich verdankenswerterweise zum Glück auch in Interessengemeinschaften („best practices“), Fachgruppen, Berufsgruppen oder im Normenwesen (Regulierung).
Entsprechende Fach- und Impulsveranstaltungen finden immer besseren Anklang und Nachahmer.

Akzeptanz und Verbreitung – beginnend bei der Ausbildungspyramide
Die besagten, teilweise jahrzehntelang funktionierenden und gelebten Büro- oder auch Softwarelieferanten-Standards können in der Realität meist leider nur mit frischem, modernen Wissen von Lehrlingen, Studenten, neu rekrutierten Fachkräften oder neuen Partnern weiterentwickelt werden.
Umso wichtiger ist es, dass die Ausbildungs- und Weiterbildungs-Basis zu den BIM-Themen möglichst rasch und in naher Mit- und Zusammenarbeit mit den Bildungsstätten implementiert und gefördert werden.
Das speziell in der Schweiz unverändert sehr beliebte und statistisch gesehen offenbar sehr erfolgreiche Dual-Bildungssystem im Bereich z.B. der Zeichner- / Berufs-Lehren sollte auch entsprechend reformiert werden mit neuen Fach-Kompetenzen oder Fach-Ausrichtungen.

Dichte und Intensität der vernetzten Datennutzung und digitalen Supportprozesse
Die bereits jetzt schon allgegenwärtige Nutzungstiefe von digitalen Helfern in den Planungs-, Bau- und Betriebs-Prozessen wird massivst an Dichte und Intensität zunehmen. Dies wird auch Auswirkungen haben auf die Bauinformatik und deren Support-Prozessen.
Hierbei werden weitere Herausforderungen in Bereichen von z.B. der geräte- und standortunabhängigen Vernetzung und der interdisziplinären Zusammenarbeit in verteilten, internationalisierten Projektteams und Stakeholders einzelne bestehende und auch neue Berufsbilder (z.B. Operator, BIM-Manager, Data Analyst, Technology architect) der Bauindustrie nachhaltig verändern oder gestalten.
Unschwer ist erkennbar, dass eine solche Transformation nur mit gut aufeinander abgestimmten, unterschiedlichsten Faktoren zu einer Art „vernetzungsbasiertem“ Erfolg führen kann. Diese vernetzungsbasierte und interdisziplinäre Weiterentwicklung könnte einzelne Lücken der gesamten Wertschöpfungskette digitalisiert schliessen.

Expertise, Entwerfen, Entwickeln, Zeichnen, Kreativität – nicht alles ist (zum Glück) digitalisierbar
Trotz der herrschenden Euphorie und mitunter auch blinder „Systemgläubigkeit“ sollte das Selbstbewusstsein und Notwendigkeit für das „ursprüngliche“ Berufshandwerk und Expertise nicht verloren oder vergessen werden.
In einem zunehmend globalisierten – und ev. mal im BIM-Bereich strenger regulierten – Wettbewerb werden genau diese verbleibenden und weiterzupflegenden Expertisen zu diversifizierenden „analogen“ Merkmalen verhelfen in der „digitalen“ Revolution und „Industrie 4.0 Economy“. BIM verlangt unverändert nach Expertise und Erledigung der einzelnen (und teilweise neuen) Teil-Projektarbeiten – nun einfach mit noch grösserer Präzision und integrierter Qualität.

Umdenken und Wertschätzung nötig – bei allen Akteuren in der Bauindustrie
Die künftigen Anforderungen der intensiver geprägten und z.B. früher in Vorprojekt-Phase startenden Zusammenarbeiten könnten die klassischen Planungs- und Bau-Prozesse nachhaltig verändern in Richtung von „shared benefits and shared risks“.
Das könnte ebenfalls zur Folge haben, dass entsprechende (Zusatz-)Aufwändungen in der Vorprojekt- oder Prototyp-Phase bereits der Bauherr / Besteller gemeinsam mitträgt und ja auch bereits in dieser Phase schon echte Gegenwerte erhält und Mehrnutzen daraus generieren kann.
Diese Änderung zu einer Art „integrated project delivery“ mit entsprechend riesigem Potential (z.B. direkt vom BIM-Modell auf die Produktionsstrasse / 3D-Druck / CNC-CAM / Fertigung oder Simulation / Facility Management System) bedarf auch entsprechende Anpassungen in den Bereichen Honorarordnung und Urheberrechte.
Diverse Aspekte – unabhängig von der „prozesstechnischen oder technologischen“ Betrachtungsweise – in Fragen wie: Wer ist „owner of benefits“ ? – Wer trägt das Gesamt-Risiko des angewandten BIM-Modells ?

Transformation und Innovation helfen beim Krieg um Talente – “war for talents”
Ein Unternehmen beherbergt letztlich die Mitarbeiter welches es verdient (das beruht theoretisch auf Gegenseitigkeit…). Ein Mitarbeiter welcher hierbei mit den besten Strategien, Prozessen, Services, Technologien unterstützt wird und dabei weniger Reibungsverluste infolge z.B. ineffizienter / arbeitszeitverschwenderischen Arbeitsweise, Defiziten in der Work-Life-Balance zu beklagen hat wird besser an den gemeinsamen Firmen- und Projekt-Zielen mittragen können und dies letztlich motivierter auch wollen… Wenn diese Attraktivitäten auch noch in einer gut positionierten Transformations- / BIM-Strategie gebündelt anzutreffen sind, steigert das ebenfalls die Arbeitgeber- / Arbeitgeber-Attraktivität zugunsten der Rekrutierung und Retension von Talenten und Nachwuchs.
Die Arbeit ist dank den bereits heutigen und künftigen Technologien eine sinnvolle Aufgabe und nicht mehr nur ein funktioneller Ort. Durch eine entsprechende Transformation könnte diesem Trend der Standortunabhängigkeit eine dosierte und auch gewinnversprechende Wendung herbeigeführt werden. Ein Gewinn kann in der nicht immer nur monetär zu wertenden Optik hierbei nur schon das “Ernten der investierten Saat” in Form von z.B. Vernetzung, Wissenstransfer, gemeinsamer Forschung und Weiterentwicklung, besseren Vermarktung oder auch “Zufalls-Neben-Produkte” sein.

Quo vadis mit/nach BIM – Nächste Generation der digitalen Baurationalisierung
Der ganze Bau-Lebenszyklus wird zunehmend voll-digitalisiert. Die Nutzungsphase der Bauten steht ebenfalls in einer Transformation in Richtung von „Smart / connected Home“ und auch „digital unterstütztes oder betreutes Wohnen“.
Das entsprechende Planen und Modellieren von Raum, Leben, Nutzung – bis hin zu möglichst vorgängig ebenfalls attributiertem Rückbau und Recycling – wird immer mehr gepaart mit Technologie-Aspekten und entsprechend hierfür benötigten, neu mitarbeitenden, interdisziplinär agierenden Technologieexperten.
In Bezug auf auch die demografisch bedingte Weiterentwicklungen von Lebens- und Nutzungsräumen in z.B. Heimbetreuung, Pflegezentren, Generationswohnräumen werden künftig auch Inputs von Fachexperten aus den Bereichen Gesundheit, Pflege oder Psychologie einen Einfluss einnehmen bis zurück in den Entwurf, Planung und Bau.

App Economy, Services, Cloud, Big Data, IoT, SmartCities
Im Zuge der zu erwartenden weitergehenden, totalen Vernetzung von dynamisch integrierten Daten-Quellen aller am Planungs- und Bauprozess beteiligten Firmen, Lieferanten (Systeme, Bauteile, Elemente, Komponenten, Baustoffe etc.), Unternehmen, Subunternehmen, Produzenten wird allenfalls ein zentralisierter, „intelligenter moderner Marktplatz“ entstehen aus welchem dann der Planer die entsprechenden Planungs- und Bauelemente auswählen und integrieren kann in den Entwurf und Planung.
Hierbei könnte es zu einer Weiterentwicklung kommen in welcher dann die Lieferanten die BIM-konformen Daten in einer Art „Bring-Schuld-Prinzip“ anliefern und dynamisch aktuell halten und auch eben „mit-verantworten“ müssen.
Ein solches sicheres Rückgrat der Bau-Digitalisierung für Raum und Leben – künftig davon abhängigen „smart cities“ – müsste dann entsprechend in Bezug auf Angriffs- und Betriebssicherheiten basiert sein auf modernen und auch offenen Hybrid-Cloud-Systemen.
Dabei spielen Entwicklungen in den Bereichen von BigData, IoT (Internet of Everything) und auch von „App Economy“ und „Market Places“ eine gewichtige Rolle.
Die Nutzung von „IoT“ durch z.B. Sensoren, Drohnen, Gebäudeleitsysteme GLS oder Robotik im Planungs-, Bau- und Betriebs-Prozess setzt integrierte und beherrschbare Daten und sichere Systeme voraus.
Man stelle sich vor, dass dann im Zuge der Weiterentwicklungen im Bereich „Monetizing“ oder „App Economy“ plötzlich ein Daten-, Normen-, Software- oder Bauelementlieferant volltransparent auch per App oder Store kommentiert, „liked“ oder „favorisiert“ werden kann – und dies seitens Planer, Unternehmer, Eigentümer, Bewohner oder Immobilienbewirtschafter.
Im Bereich von „Big Data“ werden riesige, per „Data Mining“ und „Data Analytics“ ausgewertete Datenmengen der „Big BIM Data Cloud“ mithelfen die Prozesse laufend weiterzuentwickeln.
In Fachthemen von z.B. Nachkalkulation, Optimierungen, Normenwesen, Entscheidungen oder gar Unterstützung mittels „Predicted Computing“ in Simulationen oder Frühwarnsystemen z.B. auch für die Gebäudebewirtschaftung werden weitere Forschungs- und Entwicklungsfelder entstehen.

„Big BIM Data Cloud“ wird zur Innovationsmaschine ?
Es könnte sich eine Art „Big BIM Data Cloud“ etablieren welche durchaus auch Unterstützung und Potential bieten könnte für Themen im Bereich „Nachhaltigkeit“, „Cleantech“, moderne Gebäudeleitsysteme / Facility Management oder eben „smart / connected home“ und letztlich volldigitalisierten „smart cities“ mit volldigitalisierten Nutzern.
Eine konsequent gefolgte oder gelebte Transformation oder BIM-Idee – angelehnt an die Firmenstrategie – wird mit entsprechend strategisch gelegten Visionen und Missionen auch im Bereich des Innovationsmanagement diverse Optimierungen und neue Chancen am Markt etablieren.
Hierbei entstehen vorderhand entsprechende Investitionen und Kosten für alle Beteiligten und fordert letztlich auch eine Portion Mut um in Richtung von neuen Ufern aufzubrechen.
Das Erreichen dieser neuen Ufern werden dann mittelfristig mittels Effizienzsteigerungen und Qualitätsoptimierungen belohnt.

Gretchenfrage: who takes the lead?
Wird nun der Architekt, Ingenieur, Fachplaner oder gar eines Berufsbild z.B. BIM-Manager oder BIM-Koordinator einenübergeordneten Lead im BIM-Bereich übernehmen?
Oder wird sich im Rahmen von auch Knowledge / Information Management eine separate Stabstelle etablieren (je nach Organisationsgrösse) oder gar externe, eingekaufte Expertisen (Konzentration auf Kernkompetenzen) vonnöten sein?
Je nach Weiterentwicklung im BIM-Bereich und unter dem Aspekt „shared benefits and shared risks“ könnte eine solche bewusste Gewaltentrennung auch seitens des Bestellers, Versicherers, Investors, Behörden gar vorausgesetzt werden in Zukunft.

Privacy, Security, Anonymity, Infoethik > all about your Safety? or not?

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Meine persönliche Meinung und teilweise auch Teil-Resignation:

Es gibt wahrscheinlich kein Themenbereich (z.B. Safety, Security, Privacy, Anonymity) in welchem die Diskussion und Fachmeinungen so unterschiedlicher nicht sein könnten …

Erschwerend kommt dazu, dass es hier dann gleichzeitig auch noch um Grundsätze / Aspekte der Gesellschaft, Ethik und Grundsatz-Rechte geht.

Wenn man hier dann noch diese Aspekte sogar noch «digitalisiert» (Digital-Gesellschaft, Informations-Ethik…) unter der unaufhörlichen Transformation in die voll-digitalisierte Gesellschaft wird es nicht einfacher a) eine persönliche, b) eine technisch fachliche und c) eine gesellschaftlich mitverantwortende Stellung zu beziehen und mit aller Konsequenz zu vertreten

Auch ich habe eine Art «Mission» … in meinem Falle ist mein Credo «share to evolve» … und hier beginnt schon ein Universum zu erwachsen an Widersprüchen… und dann eben auch mitunter (Teil)Resignationen in z.B. auch der digitalen Ignoranz… obwohl ich KONSEQUENT und IMMER ASAP (wenn ich eine Innovation als adaptionsfähig erachte für mich oder auch mein Umfeld / Kunden) sämtlich mir verfügbaren technologischen Features nutze wie z.B. Emailsignierung, Emailverschlüsselung, Multifactor Authentication MFA, PGP, TrueCrypt, Festplattenverschlüsselung, OS-Verschlüsselung, Datenverschlüsselung, BIOS-Security, TPM, Festplatten-Sperre etc.

Wie wahrscheinlich alle von unseren Fachexperten-Gruppen-Teilnehmern teile ich Wissen und Erfahrungen mit Gleichgesinnten, Kunden, Coachees, Sparringpartnern, Zuhörer, Leser, Interessierten und erkenne hier eine gewisse zwingende technische und persönliche Offenheit / Hinwegsetzung hinweg über alle Grenzen der oben genannten Aspekte…

Wie können wir als Experten erwarten, dass auch jene Experten mit auch teilweise bekannten, gefährlichen Halbwissen (geschweige den Standard-Informations-Workers…) sich konsequent an einzelne, technisch nutzbare Basis-Hilfsmittel oder Basis-Regeln halten …

Wenn ….

  • Der Plattform-Kapitalismus und globale Allianzen von z.B. Google, Amazon, Microsoft, Alibaba so einladend / vermeintlich kostenlos ist und täglich unteranderem mit der persönlichen Privacy bezahlt wird … und dann die bereits bezahlte Rechnung mit der Privacy dann auch noch weitergereicht wird an den Meistbietenden für z.B. Advertising, Adressenvermarktung, Nutzerverhalten, Predicted Computing etc.
  • Das offiziell, deklariert letzte Windows 10 / Office (als ein Beispiel von vielen „Mainstream“-Produkten) dann metamorphiert zu einem ongoing «Windows / Office as a service» und dann wiederum alles sieht, erkennt, sammelt, aktualisiert, updated und vorhersagt – und eben die Meisten das ja sogar wollen bzw. in deren Convenience das als nützlich betrachten und die daraus provozierten, SEHR GROSSEN Themen der Privacy, Security, Safety, Anonymity dann mitunter auch naiv missachten oder vergessen.
  • Cloud-Dienste wie Google, Amazon, Microsoft, Office-Suites bzw. grundsätzlich alle Cloud-Services von jedem Benutzer überall, geräte- und standort-unabhängig und ohne (Medien)Unter-Bruch seamless genutzt werden wollen… mit entsprechenden laufenden Data- / Analytic-Streams quer über das ganze Internet-Universum und über alle System- und Geografie-Grenzen hinweg
  • Die Digitalisierung und digitale Gesellschaft ihren Tribut fordert und die (R)Evolution und Innovation unaufhörlich uns alle zu letztlich freiwillige oder unfreiwillige Bewohner macht von «smart cities» mit einer lückenlosen Überwachung und schwindelerregenden Sensoren-Dichte … zu weit? Dann lasst uns doch mal ansonsten all die anderen «smart citizens» betrachten mit all ihren uneingeschränkt akzeptierten «wearables», «activity trackers» und «smartphones» zulasten derer Privacy (je nach technischer und persönlicher (Fein)Einstellung…)
  • Es wird künftig weitere Zweiklassen-Gesellschafts-Formen geben: die voll-digitalisierten Digital-Natives mit Big Data Wissen (technokratische Elite ? mit aber niedriger Selbstkontrolle der persönlichen Daten) und die teil-offline-rückgeführten Abwender (mit bewusst höherer Selbstkontrolle der persönlichen Daten) – mit dann aus Sicht des Big Data als unberechenbares, da nicht erfasstes Risiko deklariert (?!)
  • wie erreichen wir dann diese beiden Extreme in welcher Form ??? …Ich erzähle hier ja nicht viel Neues… aber nur schon der viel interne Diskurs bei Fachexperten-Gruppen und «Meinungsgrätschen» vor jeglichem Kontakt mit der Aussenwelt / Bildungspyramide / Kunde sagt mir persönlich schon einiges aus zum Punkt der (Teil)Resignation der digitalen Ignoranz…
  • und ja: ich (hoffentlich wir alle) kämpfen unermüdlich dagegen an und wollen nicht resignieren… und wir wollen auch unsere Zuhörer / Nachahmer nicht vergraulen und nicht verlieren… aber wir tun gut hier allenfalls genau darum auch andere Wege und Kompromisse zu finden – und wenn es nur kleine Schritte oder Phasen sind.
  • «I have nothing to hide, so who worry? Or so many people think. If you are so sure, then please email me (unencrypted…) all your usernames and passwords for all your email and social media accounts … i didn’t think so»
  • Privacy and anonymity are not the same thing… genau darum sind alle so verunsichert und wir müssen ihnen helfen aber zuerst uns selber einig werden / Beschlussfassung finden und halt mal auch über den Schatten springen unserer eigenen vermeintlichen Missionen… und dann halt mit ersten stufengerechten auch GANZ EINFACHEN Teil-Schritten beginnen wie eben z.B. Internet-Nutzungs-Regeln, die gute alte „Netiquette“, Kennwortsicherheit, Email-Signierung, electronicID und dann auch Email-Verschlüsselung / Aufklärung zu den verschiedenen Formen der Cloud-Services etc.

Digitalisierung in der Schweizer Landwirtschaft 4.0

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Big Data, Iot, Roboter, Automatisierung und Drohnen im Spannungsfeld von staatlicher Regulierung und «smart farming»

Von Fridel Rickenbacher

Dieser Artikel wurde publiziert im Swiss IT Magazine / swissICT landwirtschaft40_ITM-042016_SwissICT

Die (R)Evolution durch die digitale Transformation macht auch bei den meisten, der über 50’000 Landwirtschaftsbetrieben nicht halt und kann je nach z.B. Betriebsgrösse oder administrativer Organisation zu einer modernen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit führen. Das immer schwierigere Umfeld und der Transformationsdruck der entsprechend betroffenen Landwirtschaftsbetrieben drängt zunehmend nach solchen adaptierbaren Innovationen zugunsten von Wettbewerbsvorteilen und Bestandessicherung – auch gegenüber der ausländischen Mitbewerberschaft.

Automatisierung in der Landwirtschaft gibt es schon länger

Es gibt schon länger zahlreiche digitale Helfer und teil- oder voll-digitalisierte Automaten wie z.B. GPS-Systemnutzung, Melkautomaten, Fütterung, Düngung, Saat, Waldbewirtschaftung, Transport, Logistik, Datenerfassungen, Ortung, Alarmierungen, Mähroboter, Sensorik, Maschinen- und Landmaschinen-Steuerungen oder auch vollintegrierte mobile Lösung in der Landwirtschaft. Vielfach sind aber solche Systeme infolge noch fehlender Vernetzung oder unvollständiger Integration suboptimal in Betrieb – mit entsprechend brachliegendem Ausbau-Potential.

Die Landwirtschaft passiert(e) auf dem Feld oder auf dem Hof – aber (noch) nicht in der Cloud

Zunehmend integrierbare Technologien rund um Drohnen, Robotik, BigData, IoT (Internet of everything), Data Analytics sind dank Cloud Services nutzbar für mittlerweilen jedes Budget – also auch jede Betriebsgrösse und zum Starten / in der Basis auch für Anwender ohne spezielles EDV-Wissen. Zudem sind sich die meisten bäuerlichen Betriebe bereits jetzt schon gewohnt, zeitlich relativ viel in elektronische Administration zu investieren. Mit entsprechend stark optimierten und intuitiv integrierbaren Cloud-Services stehen den Betrieben und auch deren Lieferanten (Maschinen, Systeme, Automaten) völlig neue Möglichkeiten in greifbarer Nähe zur Verfügung.

Kompetenzen entwickeln und Angebote aufbauen in Aus- und Weiterbildung

Das Anforderungsprofil der Fachkräfte in der Landwirtschaftsbetrieb wird sich zunehmend wandeln bzw. weiterentwickeln müssen in Organisation, Marketing und eben auch im «Digitalen». Seitens z.B. des Bauernverbandes und Bund würde hier entsprechende Unterstützung angeboten bei Bedarf. Bisher bestand im Bereich des «Digitalen» noch kein akut verlangter Bedarf und dadurch wird es entsprechende weitere Impulsprogramme oder Angebote brauchen. Es scheint, dass der (noch) kleine Bedarf durch mehr Angebote gefördert werden muss. Ein erster Schritt könnte nur schon auch die gezieltere technische und prozessmässige Vernetzung der Betriebe untereinander sein.

«smart farming» überhaupt möglich in der landwirtschaftlich stark fragmentierten Schweiz ?

Die sehr grosse Vielfalt der Landwirtschaftsbetriebe in Bezug auf z.B. Grösse, Betriebsart, Produkte, Höhenlage, Flächenfragmentierungen lässt eine nachhaltige Modernisierung – bei auch Optimierung von Administration und Effizienz – von entsprechenden standardisierten Lösungen nur erschwert zu. Offenbar ist auch die Betriebsgrösse und Betriebsstandort im Flachland sozusagen linear zum Status quo und weiteren Innovationen im Bereich der Digitalisierung. Die Industriealisierung der Landwirtschaft im z.B. grossen Nachbarkanton Deutschland (geschweige denn USA …) ist auch aufgrund solchen Themen in den meisten Bereichen entsprechend weit(er) vorangeschritten im Beispiel der Getreideernte und der konsequenteren Nutzung von Daten und verfügbaren Systemen. Einzelne gesetzlich, regulatorisch noch offene Teilaspekte für Einsatzbereiche von z.B. Pflanzenschutz, Drohneneinsatz und Flächennutzung sind noch zu spezifizieren.

Aus «Butterbergen» werden vernetzte «Datenberge»

Weil bei jedem Betriebsablauf, Prozessen, Sensoren und auch bei Produkten und Tieren immer mehr Daten erfasst werden und entstehen sollte es nun darum gehen, diese bis anhin vielfach brachliegenden, wiederverwendbaren und vor allem weiterentwickelbaren Daten zu nutzen. Dabei sollte verhindert werden, dass nicht wieder unnütze «Berge» entstehen wie Ende der 70er-Jahre mit den damaligen «Butterbergen».
Es bleibt zu hoffen, dass es kontextbasiert dieses mal keine weitere Regulation oder Quotenerlass braucht wie damals die anfangs der 80er-Jahre eingeführte «Milch-Quote».
Im Bereich von Big Data und IoT kann und wird es nie Quote geben dürfen damit das Leistungsspektrum und Potential vollumfänglich genutzt werden kann.
Das Auswerten und Nutzen von solchen «Datenbergen» könnte auch diverse Vorteile generieren im Bereich von «Data Analytics» oder «predicted computing».
Hier sind einzelne Beispiele zu nennen in Bereichen von Aufzeichnungspflichten, Wettervorhersage, Bodenverdichtung, Feuchtigkeit, Zustandswerte von Maschinen / Felder / Früchten / Tieren und auch diesbezüglich nutzbaren und effizienzsteigernden Vorhersagen / Trends («predicted computing»)

Zukunft des «digitalisierten» Landwirtschaftsbetriebes

Wie auch schon länger bei anderen, effizienzoptimierenden oder «fachkräftmangel-gebeutelten» Branchen werden je nach weiterer Innovations-Adaption und möglichst Regulierungsoptimierungen allenfalls auch zunehmend einzelne Arbeiten oder gar Saisonarbeiter unterstützt oder gar ersetzt mit «autonomer Robotik und Automatisation».
Zunehmend werden vor allem auch die Nachfolgegenerationen in den Landwirtschaftsbetrieben keine Kompromisse mehr eingehen wollen in Bereichen von Mobilität und Freiheitsgrad derer Arbeit. Das wird hier zur Folge haben, dass ein «moderner» Landbewirtschafter von sämtlicher cloud-basierten Technologien profitieren und zu seinem Wettbewerbsvorteil nutzen will – und zwar standortunabhängig im Stall / Betrieb / Zuhause / aus den Ferien / für Stellvertretung / auf dem Traktor und geräteunabhängig auf dem Smartphone / Apps / Tablet / Heim-PC / Stall-PC.
Viele Betriebe stehen zudem vor Generations-Übergaben und tun gut daran, auch mittels solchen Wegbereitungen, Ausbau von Vernetzungstiefe unter den Betrieben und teilweise auch halt visionären Entscheidungen die Attraktivität des Betriebes und des Berufsstandes zu festigen und auszubauen.

Von Fridel Rickenbacher ist Mitglied der AG Redaktion swissICT Magazin und Partner der MIT-Group