Non-Privacy by default bei Facebook, Google & co ?

von Fridel Rickenbacher

ksgv.ch – Gewerbeverband – non-Privacy by default – Ausgabe April 2018 – Fridels_BLOG_F@R

Das im Jugendstil als höchst beliebtes Sanatorium erbaute und weltweit berühmte Haus Berghotel Schatzalp (heutiger Name) in Davos wurde 1898 bis 1900 errichtet.

Damals hatte der Datenschutz / Privacy offenbar einen eher konträren Stellenwert zur heutigen Zeit. So wurden in einer wöchentlich erschienenen Davoser Wochenzeitung jeder bedüftigter Kurgast, inkl. Herkunftsland, auf bis zu 20 Seiten öffentlich publiziert.
Heute wäre das schlicht undenkbar ohne entsprechende Schlagzeilen, Medien-Hypes, ShitStorms oder gar Klagen und Bussen.

Früher war (zumindest in diesem Datenschutz-Aspekt?) alles besser oder einfacher möchte man meinen.

Und heute? Viele leben sich aus und verwirklichen sich vermeintlich im digitalen Raum oder ihrem digitalen Zwilling mit mitunter sämtlich erdenklichen Details und fragwürdigen Grenzüberschreitungen der ach so „heiligen“ Privatsphäre.

Und dann passiert das was durch diese falsch angewandte Mitverantwortung zwangsläufig passieren wird: Durch CyberAttacken, CyberCrime, Defizite in Datensicherheit und Datenschutz oder auch menschliches Versagen und Management Fehler gelangen personenbezogene
oder firmenvitale und gar existenzbedrohliche Informationen in falsche Hände.

In einzelnen aktuellen Fällen (data breaches, CyberAttacken) wie z.B. Facebook, Swisscom entsteht dann durch ein solches topaktuelles Thema ein Medien-Tsunami mit grossem Schaden bei der Reputation, Vertrauen und sogar beim Börsenwert.

Bevor man von Datenschutz spricht (und gar Angst und Panik macht) sollte man auch persönlich für Datensicherheit sorgen und sich an überschaubare Regeln (z.B. in verabschiedeten ICT Security Policy / Weisungen, Kennwort- und Verschlüsselungs-Regeln, Identitäts-
und Zugangs-Verwaltung, regulatorische Vorgaben und Richtlinien / Prozesse) halten im privaten Umfeld und in der Firma.

Es ist aufgrund dieses Riesendatenuniversums und des schier unüberschaubaren „digital footprint“ sicherlich auch förderlich und hilfreich, deren Verhältnismässigkeiten zu erkennen für die eigene Sensibilisierung zur Datensicherheits- und Datenschutz-Thematik.

In der folgenden Grafik erkennt man übersichtlich und einfach visualisiert die entsprechenden Verhältnismässigkeiten und auch Abgrenzungen und Impacts von einzelnen globalen Akteuren.

Aus aktuellem Anlass auch gerade den Fall bei Facebook durch die nun weltweit gebashte Firma „Cambridge Analytica“ bzw. Facebook

Beeindruckend ist auch der relativ sehr kleine Anteil unseres „digital footprints“ welcher wir selber kennen, vermeintlich unter Kontrolle haben und letztlich selber teilweise auch nur beschränkt mitprägen oder mitsteuern können.

Zusammen mit kommenden Entwicklungen rund um Artificial Intelligence AI, IoT, smart connected homes, eHealth bis hin zu Smartcity werden wir viel proaktiv mitgestalten müssen um diesen überschaubaren persönlichen Gestaltungsanteil und letztlich auch Grundrecht
zu unseren persönlichen Daten halten zu können.

Es bleibt zu hoffen, dass eine gute, datensubjekt- / grundrecht-schützende Mischung von Regulation (z.B. DSGVO / GDPR Datenschutzgrundverordnung) und vorallem auch offenen Standards / Privacy by default / Stand der Technik gemeinsam zu erreichen ist im Kampf
um (und gegen) den Plattform-Kapitalismus und „data monetization“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s