Digital Health durch IoT und Wearables – potential future and war for tracked, (un)trusted well(ill)ness ?

wearables3

Digital Health durch IoT und Wearables

Digitale und vorausgesagte Ziele innerhalb einer Systemgläubigkeit sollten nicht die physischen und psychischen Signale und gegebenen indiviuellen Grenzen übersteigen“

Antreibende Peitsche ohne Leder Seit mehreren Jahren sind zunehmend viele Menschen „versklavt“ mit einem activity tracker oder wearable. Wenn dieses Teil eine Verlängerung aus Leder hätte wäre es eher eine weitere „antreibende Peitsche“ im Mythos des sonst schon anspruchsvollen und herausfordernden Work-Life-Balance.

Wearables und IoT als Basis für „Digital Health“ Pulsmesser, Fitnessuhren, Watt-Leistungsmesser, GPS-Trackers kennen wir seit Jahren und zusammen mit den parallel laufenden hoch-technologisierten Weiterentwicklungen von z.B. Sensoren, Chips, Smartphones, Apps, Cloud, Wearables, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz, Bluetooth, WLAN, NFC entstehen neue Möglichkeiten für andere Anwendungen und Formfaktoren.

Der Drang nach übertriebener Wellness führt zur Illness ? Per laufenden Warnmeldungen (Mikroverletzungen) der Wearables bezüglich zu wenigen Bewegungen pro Zeiteinheit wird man allenfalls mal zum hyper-aktiven Wellness-Abhängigen. Durch weitere Messparameter und dann auch Vorhersagen wie z.B. Puls, Schlafphasen, Kalorienverbrauch wird man noch mehr fremdgesteuert im Bezug auf Einschlaf- / Aufweckphasen, Bewegung, Arbeit und Essverhalten. Aus meiner Sicht ist auch hier wieder mal die Frage nach dem ertragbaren Mass und Verhältnismässigkeit gefragt um sich nicht noch weiter fremdsteuern zu lassen im heutigen Mainstream von Internet, Social Media, Mail, Smartphone und letztlich der Systemgläubigkeit.

Die „Big Mother“ passt auf uns Kinder und unsere Digital Health Data auf oder eben nicht ? Im Zuge der weiter voranschreitenden Globalisierung speziell in den Bereichen von Cloud, Big Data, App Economy und Plattform-Daten-Kapitalismus wie z.B. Microsoft, Google, Amazon, Apple werden wir uns auch Fragen stellen müssen was irgendwann mal an sinnvollen oder weniger sinnvollen / unerwünschten Daten in falsche Hände geraten. Dabei geht es aus meiner Ansicht nicht um den Fakt, dass unsere Daten so oder so überall sicher und gleichzeitig auch unsicher sind sondern viel mehr um die Frage wie weit wir alle als Datenlieferanten die Beherrschbarkeit der Datenauswerter mitgestalten können. Beispiele welche in Zukunft Themen werden könnten: – Wollen wir aus Präventionsgründen unsere Vitaldaten laufend übermitteln an ein Medical-Center für Trends, Auffälligkeiten oder gar Warnungen und Notfall-Eskalationen? – Wie weit vertrauen wir an unsererseits hoffentlich wissentlich zugelassene Datenauswerter wie z.B. Krankenkassen, Versicherungen, Banken, Pflegeinrichtungen, Arbeitgeber, Rekrutierung, Behörden, Staat welche dann im Gegenzug das „Personen- / Gesundheits-Risiko“ dann hoffentlich belohnen mit tieferen Prämien / Risiko-Bewertung? – Werden wir künftig in den CVs von Kandidaten / Projektteilnehmern auch Fitness- und Activity-Werte vorfinden und teilweise einbeziehen in Entscheide und Risiko-Abwägungen? …

Regulatorisch gesteuerte Berechenbarkeit und Überwachung von Personen(Daten) Hoffen wir, dass in 10 oder 20 Jahren die Staats-Bevormundung (z.B. übergeordnete Staats-Krankenkassen oder Versicherungen) durch regulatorische Effekte oder globale Markt- / Risiko-Absprachen eine weitergehende Berechenbarkeit nicht zu gross wird von uns zunehmend datenliefernden Menschen.

Mensch und Maschine verschmelzen: Brain Computer Interface, Biosensor Chips Die zunehmende Distanz vom technischen rasanten Fortschritt zur langsamen Adaptionsmöglichkeit des Menschen (slow Evolution, Human Interface) und des menschlichen Gehirns (zu tiefe Nutzung des Potentials) hinterlässt schwer überwindbare Brücken (über welche wir gehen wollen und müssen…). Solche Brücken scheinen mittels der digitalen Transformation (Cloud, Big Data, Supercomputing, Künstliche Intelligenz) teilweise überbrückbar werden. Letzten Endes werden bereits jetzt schon vorhandene und funktionierende Konzept der Robotik und Biosensoren / Advanced Interfaces (z.B. SmartGlass, SmartLenses, eInk oder implantierte Chips) weitere Potentiale oder gar Notwendigkeiten generieren. Eine Art Brain Computer Interface für die noch direktere Koppelung (die Brücke…) von Sensoren, Human Interfaces, Processing scheint nicht mehr einfach nur eine Utopie (z.B. eInk) zu sein.

Umgekehrte Welt – neue technische Weltordnung – Computer Company search for best human talents … Wie würden wir umgehen – derzeit noch bisschen utopisch – wenn eine autonome „reine“ Computer Company in einem staatlich geschützten Umfeld dann „best human talents“ rekrutiert für deren zu überschreitenden Brücken? Selbsterklärend würden dann solche „reine“ Computer Companies nur die besten vernetzten Menschen finden der technokratischen Elite (siehe weiter unten) und die freiwilligen oder teilweise unfreiwilligen Abwender nicht finden (wollen) …

Vertrauen – Manipulation – Sicherheit Es wird ein neues Spannungsfeld geben in welchem immer mehr auch Fragen des Vertrauens gestellt werden in Bezug auf Data Security, Privacy, Manipulation seitens Anwender (ev. ist ein anderes Familienmitglied oder ein Haustier aktiver und manipulierbarer temporärer Träger des Daten-Trackers…) und Sicherheit seitens App- / Cloud-Servicedienstleister (sind das wirklich meine und nicht verfälschte Daten…) von solchen Wearables oder Daten-Auswertungen im Big Data Umfeld

Ethik muss auch Platz haben in der High Tech Informationsethik ist ein grundsätzlicher und noch ungelöster Aspekt der digitalen Gesellschaft in der Nutzung / Datenanalytik von digitalen Assistenten. Anstehende Evolutionsschritte der zuerst begrenzten Nutzung am Körper, über die Erweiterung auf den Wohn-, Arbeits- und Pflege-Raum bis hin zu einer digitalisierten „smart city“ fordert und prägt auch letztlich die dosierte Regulation und Entwicklung von auch eGovernment. Ein Code of Ethic oder Code of conduct im Rahmen dieser Weiterentwicklungen durch Spezialisten, Unternehmen oder Behörden wird weitere Spannungsfelder erzeugen.

Misstrauen – Ablehnung – Offline-Abseits – deklariertes unberechenbares Risiko Es wird künftig weitere Zweiklassen-Gesellschafts-Formen geben: die voll-digitalisierten Digital-Natives mit Big Data Wissen (technokratische Elite ? mit aber niedriger Selbstkontrolle der persönlichen Daten) und die teil-offline-rückgeführten Abwender (mit bewusst höherer Selbstkontrolle der persönlichen Daten) – mit dann auch Sicht des Big Data als unberechenbares, da nicht erfasstes Risiko deklariert (?!)

eSkin die modernen Tätowierungen und Wearables der digitalen Zukunft Es ist zu erwarten, dass auf oder unter die Haut platzierte, sogenannte eSkins mit Chips oder Sensoren eine moderne Form von Tätowierungen darstellen könnten. Es bleibt die Hoffnung, dass diese Anwendung – im Gegensatz zu einer Tätowierung – möglichst noch lange freiwillig bleibt …

Technologischer Fortschritt als Allerheil-Mittel für das kranke Gesundheitswesen ? Es ist anzunehmen, dass die vielen Chancen der Digitalisierung auch positive Auswirkungen und Unterstützung bieten kann in Themen wie z.B. Gesundheitsprävention, Unfallprävention. Auch im Rahmen der voranschreitenden Demografie und neuen Betreuungs- und Wohn-Konzepten wie „betreutes, digitalisiertes Wohnen“ oder „modernen Pflege“ nimmt die Digitalisierung und technlogische Fortschritt eine tragende Rolle ein. Weitere Regulatorien wie das EPDG (Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier) verlangt nach einer intensiven, interdisziplinären Auseinandersetzung von unterschiedlichsten Experten / Task Forces für eine möglichst ausgewogene Stossrichtung in Bereichen wie Privacy, Data Security aber auch (informations)ethischen Aspekten. Digital eHealth könnte die Chance sein, um die „Zukunft vor der Vergangenheit zu schützen“ und nicht umgekehrt.

Big Data = Better Data or not ? box of pandora

Word Cloud "Big Data"
Big Data ist aus meiner Sicht die „Veredelung vom Informations-Rohmaterial“ für das „new Business“ – sind aber diese Informations-Extraktionen die besseren Informationen bzw. was für Auswirkungen scheinen sich zu akzentuieren ?

Es werden einige anspruchsvolle Herausforderungen auf uns zuzukommen um den Nutzen von „Big Data“ adäquat ermöglichen und unterstützen zu können:

– Reicht nur 1 „Mensch“ (nicht wertend gedacht aber wir sind ja schliesslich keine hochspezialisierten Informations-Verarbeitungsmaschinen) um Erst-Auswertungen und Erst-Analysen aufzubereiten als Management Summary oder Reports ? oder ist dieser „nur“ 1 Mensch zu unterstützen mit mehreren Menschen oder „Machine learning“ zur Extraction (auch schon bei der Definition von z.B. Metadaten) von möglichst neutralen und sachlichen, nicht beeinflussten Informationen ?

– Im Rahmen der IT-Strategie wird Big Data und deren Auswirkungen und Innovationen ein aufgrund der hohen Relevanz ein weiteres Hauptthema werden.

– Sicherheit ist ebenfalls ein BIG Thema bei Big Data in einzelnen Beispielen wie:
–> Wer und was kann diese Datenvoluminas noch beherrschbar kontrollieren und (un)wissentliche Fehlinputs / Fehl-Datenströme filtern und eskalieren?
–> Social Engineering beim Big Data könnte verursachen, dass Spezialisten im Big Data Umfeld infiltriert oder missbraucht werden könnten für fatal falsche Trends und Auswertungen (Stichworte: Terrorbekaempfung, Fahndung, Militaers, Börse, Forschung, Medizin, Staatsentscheidungen etc.)
–> Zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie z.B. Multifactor-Authentication, Multifactor-Release oder bewusst verteilte Systeme (z.B. Gewalten-Trennung von Daten-Speicherung / Daten-Verarbeitung / Daten-Releases / Daten-Archivierung / Daten-Sicherheits-Services etc.) scheinen unumgänglich zu werden für den gesicherten Zugang bzw. (oder gar zuvor mehrfachbewerteten) Auswertungen
–> Information Governance als nötiger, erweiterter Teilbereich
–> Big Data = Basis für auch totale (zu regulierende…) Staats-Trojaner-Ueberwachung?
–> Welcher Staat oder Firma hält wo was für Hintertürchen offen?
>> siehe zum Thema Sicherheit ein anderer publizierter Artikel für ISACA im Swiss IT MagazineITM2014_09_ISACA_03

– Die Aspekte rund um „Wissen ist Macht“ werden noch akzentuierter und Weltmächte mit grossen Ressourcen wie Bodenschätze, Öl, Energie, Wasser werden den gleichen Wettbewerbsvorteil und Informationsvorsprung mit dem neuen „Öl der Zukunft“ – dem Big Data – aufbauen und erweitern wollen.

– Wieviele Regulationen auf nationaler oder gar internationaler Ebene sind nötig oder vertretbar für die Beherrschbarkeit (Geht das überhaupt??) von Potentialen oder auch Gefahren von Big Data?

– Das vermeintliche „Recht auf Vergessen“ aller digitalen Spuren scheint nur schon technisch nicht mehr möglich zu sein aufgrund der unerschöpflichen Bandbreite und Anzahl von „Big Data Datensammlern“

– Das „Internet der Dinge“ als weiterer Faktor wird weitere Inputs und Innovationen ermoeglichen.

– Neue Anforderungen an die künftigen Apps, User Interfaces, User Experience in Bezug auf Darstellung / Modellierbarkeit / Formfaktoren / Bedienungskonzepten –> Analogie: ein einfaches Excel oder Powerpoint reicht nicht mehr für dynamisch präsentierbare und report-gerechte bzw. verständliche Darstellungen von immer komplexer werdenden Informations-Extraktionen (?)

– Chancengleichheit: haben ALLE (oder genügend) Menschen aus allen Bevölkerungsschichten, Ethnien und Staaten einen adäquaten und fairen Zugang zu den Technologien rund um Big Data ? –> das ist ja bereits beim „uralten“ Internet noch in weiter Ferne …

– Neue Anforderungen an Datenbank-Typen, Speicher-Typen und Speicher- und Berechnungs-Orten der Daten aufgrund der Voluminas und Performance-Anforderungen (z.B. hochperformantes Supercomputing oder finanziell verkraftbareres Cloud Computing mit dynamisch mietbaren Workloads)

– Im Bereich der Ausbildung, Personal-Rekrutierung und Personal-Kapital-Management werden neue Spezialisten in Richtung „Big Data Scientist“ weitere Fragen und Herausforderungen generieren –> „Weitergehend zu prüfendes“ Vertrauen in Personen in zunehmend organisations-vitalen Schlüssel-Positionen –> Möglichst tiefe Fluktuations-Raten und KnowHow-Sicherstellung mittels z.B. attraktiven Mitarbeiter-Retensions-Innovationen werden zunehmend wettbewerbs-entscheidend

– Big Data ist aus meiner Sicht eine extrem mächtige und aber auch sehr gefährliche Waffe – ohne Regulatorien und ohne Pflicht eines Waffenscheins …

– „Big Data ist ein Versprechen oder gar Verbrechen (?!) für die vermeintliche Allwissenheit“ ??
–> es scheint, dass wir eine neue „Box of Pandora“ vor uns haben …

ICT-Business Support-Prozesse und Transformation in der Bauwirtschaft und Baulebenszyklus

bauinformatik_nextgen_ict_bauprozess

Alt bewährt – in Stein gemeisselt – aber noch zeitgemäss ?
Auf meinem ersten Bildungsweg in den Bereichen Bau-, Bauinformatik und Immobilien wurde noch viel mehr „analog“ aber mit „eigenem Köpfchen ohne dutzende von fehlerkorrigierenden digitalen Helfen im Hintergrund“ geplant und gearbeitet am Reissbrett, auf Skizzen, auf Plaupausen, Handnotizen, Baustellen-Rapporten, mit Schreibmaschine verfassten Werkverträge, handgeschriebenen Leistungs-Ausmassen oder Submissions-Unterlagen.
Die Mentalität von schnell was machen und ansonsten wieder zurück mittels „Zurück-Befehlen in Programmen“ gab es damals noch nicht. Komplexere Planelemente oder grafische Grundelemente wie nur schon einfache Linien von A nach B waren nicht gerade „in Stein gemeisselt“ aber fanden mittels Tintentusche eine permanente Druchdringung des verwendeten Planpapiers und mussten mühsam (wenn die Anzahl der Korrekturen dies überhaupt zuliessen je nach Dicke des Papiers …) weggekratzt oder wegradiert werden. So war die Art und Weise des täglichen Planungs- und Arbeit-Prozesses in den vielen Planungs- / Ingenieur- und Architektur-Büros und auch Baustellen-Büros eine fundamentale andere als der heutige mittels EDV-Unterstützung.

Bauinformatik per Lochkarte und 5.25″ Diskette
Es gab sie damals: die sagenumwobenen Monstermaschinen mit den super-ergonomischen Röhrenmonitoren und der grünen Schrift auf schwarzem Hintergrund welche vielfach genutzt wurden für Baustatik und Berechnungen.
Aber auch hier: eine entsprechende Statik-Berechnung musste – man staunt – schon vor der mehrstündigem Berechnungs-Lauf-Prozess sauber durchdacht und vorsimuliert sein im Kopf oder auf dem Papier. Mehrere Fehler durfte man sich nicht erlauben aufgrund der Laufzeiten, Lieferfristen und beschränkter Verfügbarkeit der Maschinerie. Auch musste man dann jeden Rechnungslauf sauber eintragen in einem Papierprotokoll für die interne und externe Abrechnung… Kaum mehr vorstellbar was das abgebildet auf den heutigen Umgang mit der EDV zur Folge hätte.

Planung und Verantwortung – ohne digitale Helfer wie Notebook, Smartphone, Internet, CAD, Projektprogramme
Das methodische, logische Vorgehen und vorallem das „zu Ende Denken“ mit allen Konsequenzen und darauf resultierenden Verantwortung prägte die Arbeitweise und letztlich den damaligen Bauprozess.
Ein „Gut zur Ausführung“ eines Planes oder ein vor Ort auf der Baustelle / Immobilie erteiltes „OK“ war nicht mehr so schnell korrigierbar ohne Smartphone, ohne Internet, ohne Email. Die Arbeit war viel bewusster und nachhaltiger. Es gab – im Gegensatz zu den heutigen Programmen – keine „Trial and Error“-Moeglichkeit mit einfachen Vor-Simulationen oder 3D-Visualisierungen – die Schritte mussten sozusagen auf Anhieb sitzen.

Digitalisierung des Bauprozesses mit Bauinformatik und Schnittstellen
Zunehmend hielten PCs / Macintoshs Einzug in die Planungsbüros und blieben nicht nur den Architekten, Ingenieure oder Büroinhaber vorbehalten sondern auch die Zeichner / Konstrukteure und zum Glück auch Lehrlinge durften davon profitieren in der Firma und in den Ausbildungsstätten. Modernere Software-Generationen für die Auftragsbearbeitung, Leistungserfassung, Ausschreibung, Werkvertragswesen, Abrechnung folgten zugunsten der weiteren Digitalisierung des Bauprozesses und letztlich des Business-Supports durch ICT.
Die unterschiedlichen CAD- und Auftragsbearbeitungs-Software verlangten nach standardisierten Schnittstellen und Austauschformaten für den Datenaustausch zwischen den Projektbeteiligten und zwischen den unterschiedlichen Software-Anbietern.

Die Planungs- und Leistungsbeschriebs-Unterlagen wurden datentechnisch „um Dimensionen“ erweitert mit 3D, Layers, standardisierten seitens Hersteller gelieferten Bibliotheks-Elementen, Kosten und letztlich einer Explosion von Datenzuwachs. Wie wir schon in der Wirtschaftsinformatik lernten stellte sich genau hier die Grundsatzfrage „Wann und mit welcher Business-Logik werden aus Daten verwertbare Informationen?“

Nichts ohne Standardisierungen und Normierungen
In meiner unverändert laufenden Tätigkeit seit über 13 Jahren in der Kommission für Informatik und Normenwesen beim Schweizerischen Ingenieur- und Architekten Verein http://www.sia.ch durften wir entsprechende schweizerische Normen / Merkblätter / Empfehlungen für die Fachbereiche wie CAD, Datenaustausch, Prozesse erarbeiten und verabschieden in verschiedenen Arbeitsgruppen und Publikationen.
Eines der grössten Spannungsfelder war die Tatsache, dass in der normativen Fachlehre meistens „zurück geschaut“ und „darauf basierend definiert“ wird auf das jahrelang Bewährte und wir uns konfrontiert sahen, genau diesen bisher üblichen Blick auf Jahre oder gar Jahrzente alte Normen / Standards in die entgegengesetzte Richtung in die Zukunft zu fokussieren und Widerstände zu überwinden in die Richtung der „Akzeptant mit fachlicher Penetranz“
Wir mussten auch feststellen, dass auch aufgrund einiger verstaubten Normen und Merkblätter schon einige grössere Firmen, Softwareanbieter oder professionelle Bauherren eigene, interne Standards etabliert hatten aus der Dringlichkeit und der fortgeschrittenen Entwicklung des Bauprozesse.

Bau-Industrie-Standards wurden reformiert – EDV-Standards schon länger
Einige Industrie- und SIA-Normen / Standards / Schnittstellen wie z.B. SIA 451, DXF, CAD-Merkblätter, NPK, BKP, eBKP bedurften einer Reformation auf prozess-mässiger und auch technologischer Ebene unter Berücksichtigung möglichster aller Verbände und Interessen-Gruppen wie auch Bauherren, Generalunternehmer, Immobilien-Bewirtschafter, Investoren, Banken.
Der Wandlungsdruck auch vom europäischen Einflussbereich der CEN-(DIN)-Normen hielt auch hier Einzug und es mussten immer mehr Interessen abgewägt und abgedeckt werden auf einer möglichst neutralen und produkte-neutralen, strategischen Ebene – aber immer wieder und zunehmend unterstützt und automatisiert durch Bauinformatik.

Transformations-Hemmnisse verhinderten aktiven Teilnahme und Optimierungs-Potentiale
Auf meinem zweiten Bildungsweg in den Bereichen Wirtschaftsinformatik / Engineering / Internet-Technologien sprach man schon Ende der Neunzigerjahre z.B. von „reformierendem“ Outsourcing / Application Service Providing (ASP) und andere Branchen transformierten sich bereits damals oder schneller in diese Richtung. Die Baubranche bzw. die damaligen noch bestehenden Abhängigkeiten von älteren sogenannten Legacy-Systemen, internen Standards oder nicht einfach so migrierbaren EDV-Prozessen verhinderten damals die grossflächige Teilnahme in dieser fortschreitenden Industrialisierung mit sich damals etablierenden neuen EDV-Standards. >> siehe separater publizierter Artikel

Akzeptanz und Verbreitung – beginnend bei der Ausbildungs-Pyramide
Die Verbreitung und Anwendung von neuen Normen / Standards und business-unterstützenden ICT-Prozessen waren nur sinnvoll und nachhaltig zu etablieren via der mehrstufigen Ausbildungs-Pyramide (Ausbildung, Weiterbildung etc.), der Verbreitung via Fachverbänden und dies begleitet mit den entsprechenden Merkblättern und Normen. Diese verzögerte Verbreitung und der Widerstand von bereits eigens etablierten Standards stellte eine weitere Herausforderung dar in der sich stetig verändernden Halb-Werts-Zeit des Fachwissens und der entsprechenden Akzeptanz und Adaptions-Müdigkeit.

Unterstützungs-Prozesse wie ICT, Normen-Adaptionen, Standard-Etablierungen – zu unrecht als reiner Kostenfaktor / zu recht als Nicht-Top-Prio der Nachfolgeregelung betrachtet
Jahrzentelang wurden entsprechende hochgelebte Standards teilweise aus unberechtigter Angst vor Zusatzkosten / neuen ICT-Prozessen oder Kontroll-Verlust am Leben erhalten und neue Chancen und Innovations-Potential verpasst.
Es schien beinahe unmöglich zu sein, die heiligen internen Standards / Prozesse / Vorlagen für Pläne / Leistungsverzeichnisse / Werkverträge / Bibliotheken zu ändern aufgrund auch von teilweise konzeptionell falsch aufgebauten Basis-Sets und Definitionen welche auseinanderbrechen zu drohten. Meinungen und Aussagen wie z.B. „Funktioniert ja alles und wir bauen seit Jahren so“ und „Uns fehlen die gesamtschweizerischen etablierten Standards und das Einführungswissen für eine strukturierte, effiziente Umstellung“ war dann eine gängige Ausprägung dieser Transformationsmüdigkeit.
Viele der betroffenen Organisationen befanden sich zusaetzlich auch in einer Uebergangslösung oder Phase der Nachfolge-Regelung seitens der Firmen-Inhabern und verständlicherweise waren vielfach die Prioritäten derweil anders gesetzt.

Der ganze Bau-Lebenszyklus wurde zunehmend voll-digitalisert
Entlang des ganzen Bau-Lebenszyklus mehrten sich zunehmend mehr professionell, monetär orientierte Interessen-Gruppen wie Investoren, professionelle Bauherren, Immobilienbewirtschafter, Gesamt-Systemanbieter und Banken / Versicherungen.
Die prozess-technischen und technologischen Anforderungen an die Outputs / Inputs aller Projektbeteiligten wurden komplexer und dynamischer und der entsprechende Minimal-Standard als an diesem Bauprozess teilnehmendes Unternehmen stieg rapide an.
Die eingeläutete (R)Evolution wurde begleitet von einer Reihe von neuen Produkten, Prozessen und Normen / Merkblätter. An der Baurationalisierung waren diverse Institutionen, Verbände und auch Firmen / Organisationen wie der SIA http://www.sia.ch und CRB http://www.crb.ch aktiv beteiligt.

Konzentration auf die Kernprozesse und Outsourcing von Supportprozessen
Der zunehmende Komplexitäts-Grad des Gesamt-Prozesses und Lebenszyklus verlangte nach interdisziplinären Zusammenarbeiten und teilweise auch auf Konzentrationen auf Kernkompetenzen und Hochspezialisierungen in Teilbereichen.
Hierzu wurden auch vermehrt für solche Supportprozesse entsprechend externe Berater / Systeme / Support hinzugezogen um das „Beste von Allem“ zu erhalten und nutzen zu können.
Hierzu gehörte auch der Bereich der Informatik >> siehe separater publizierter Artikel

Nächste Generation der digitalen Baurationalisierung
Neuere vielversprechende und visionäre Standards in Richtung BIM (Gebäudedatenmodellierung) stellen weitere Herausforderungen und riesige Potentiale dar.
Es bleibt zu hoffen, dass hier die entsprechende Wandlungsbereitschaft und Adaptierungsgeschwindigkeit rascher und effizienter erfolgen kann mit möglichst allen interdisziplinär zusammenarbeitenden Interessengemeinschaften und unter den Vorgaben und Vorarbeiten von der internationalen Organisation buildingSmart und dem offenen Standard openBIM. Das Basisdatenmodell IFC (Industry Foundation Classes) zur digitalen Beschreibung von Gebäudemodellen weckt grosse Hoffnung, dass der digitale Informationsfluss während des ganzen Lebenzyklus eines Bauwerkes weiter (r)evolutioniert wird.

Visionen und Chancen – ueber Big Data und Cloud zum gemeinsamen Erfolg
Rund 70% der schweizerischen Bauwerke sind aelter als 30 Jahre und stehen vor baldigen Umnutzungen, Renovationen oder gar Neubauphasen. Es bleibt zu hoffen, dass diese riesige Menge an zu erhebenden Daten für z.B. Renovation, Altlastensanierungen, Umnutzungen in wenigstens minimaler Detaillierungsstufe vorhanden sind und genutzt werden können … Es ist eher was Anderes zu erwarten … und genau kann man die Schwierigkeiten und Herausforderungen erkennen.
Meine persönliche Vision ist, dass man künftig z.B. zu jeder Zeit des Entstehungs- und Nutzungs-Prozesses entlang des Lebenszyklus zugreifen kann auf zentral (z.B. Immobilienbewirtschafter) oder dezentral (z.B. Baustoff- oder Bauteil-Lieferanten) gehaltene Informationen von Bauwerken.
Weitere Entwicklungen in den Bereichen wie „Internet of things“ bei welchem jedes Gerät künftig vernetzt und integriert werden kann in Facility Management Systemen oder nur schon in einer einfachen Heim-Vernetzung ermöglichen weiteren Innovationen und Potentiale.

Potentielle Einsatzmöglichkeiten von Big Data / BIM-Anwendungen
Folgende Use Cases sehe ich persönlich als Beispiele:

– Ein Planungsbüro, Baustellenbüro wird viel flexibler bei der Einrichtung und Unterhalt von stationären oder mobilen Arbeitsplätzen für die Mitarbeiter oder Projekt-Ausführungsorte. Der Mobile Workplace wird spätestens dann vollumfassend realisierbar und effizient nutzbar.
Die Arbeitsweise wird zumindest dann technologisch (r)evolutioniert und kann dann mit passenden Best Practices Anwendungen oder massgeschneiderten Prozessen (passend auf die jeweilige Organisation) ausgeschöpft werden.

– Ein Kalkulator, Projekt-/Bau-Leiter, Projektcontroller hat schon waehrend der Bauphase laufende Rueckmeldungen seitens z.B. der mobilen Leistungserfassung in die Kostenrechung, Nachkalkulation und immer wichtigerer Kostenplanung und Steuerung.

– Ein Immobilien-Verwalter kann während einer Objektbesichtigung mit dem Eigentümer direkt per Smartphone / Tablet / Notebook auf Pläne, Uebergabeprotokolle, Dokumentationen, Wartungs-Kontroll-Listen, Anleitungen zu eingebauten Geräten, Kennwerten, Messwerten vom Facility Management System oder Energie- / Verbrauchskosten zugreifen und direkt z.B. Reparaturaufträge, Aufträge an Hauswärte oder Dienstleister verwalten und erteilen.

– Eine  Immobilien-Bewertung oder Immobilien-Sanierung kann mittels Zugriff und Uebersicht auf Baumaterialien, Altlasten, Hersteller-Informationen oder ganzen Bauteilgruppen dazu beitragen die Kosten- und Ausführungs-Planungen stark zu optimieren.

– Ein Architekt oder Fachplaner kann auf einen Klick ermitteln welche Baustoffe, Bauteile, Bauelemente oder Geräte  in welcher Anzahl und Qualität verbaut werden oder wurden – mit auch seitens Produzenten online aktualisierten Werten zu z.B. Seriennummern, Chargenummern, Rezepturen, Produktedokumentationen, Nachweisen, CO2-Werten, Produkte-Haftpflicht-Themen.

– Expertisen rund um bauphysikalische, baubiologische oder bautechnische Beurteilungen werden mittels zugänglichen Basisdaten zu Bauteilen / Werten / Baustoffen / Pläne unterstützt.
Ergebnisse und Empfehlungen zum untersuchten Objekt könnten rückfliessen in den Bauobjekt-Datensatz für künftige Weiternutzung und History.

– Sanierungen oder Rückbauten wären mit guter Informationsbasis genauer planbar in den Bereichen Planung, Kosten, Ausführung oder Altlasten-Sanierungs-Massnahmen.

– Versicherungs- / Schadenfall-Abklärungen würden effizienter und genauer.

– Ein Service-Dienstleiter fuer z.B. Klima, Aufzuege, Heizung, Solaranlage, Smart Metering sieht sofort – oder via Gebaeudeleit-System / MSR – welche Elemente fehlerhaft oder defekt sind oder aufgrund von z.B. Serienfehlern ersetzt oder nachgebessert werden muessen.
Nebst dem zentral abrufbaren Elemente-Kataloges eines Objektes könnte man auch gängige Industrie-Standards wie RFID / NFC nutzen um direkt vor Ort entsprechende freigegebene Informationen zu einem Bauteil abrufen zu können.

– Ein Fensterbauer, Küchenbauer, Sanitäreinrichter, Schreiner kann innerhalb von Renovationen / Umbauarbeiten auf Basis-Datensaetze des urspruenglichen Werkvertrag-Vertrags-Unternehmers und dessen eingesetzten Elementen und Modulen zugreifen fuer eine effizientere Offertstellung, Kalkulation und Ausfuehrung.

– Ein Zimmermann, Holzbauer, Fassadenbauer hat Zugriff auf Plaene, Nachweise, Berechnungen fuer die Renovationsarbeiten.

– Ein Bauherr oder Investor oder Facility Management Dienstleister (FM) kann zugreifen auf seitens Gebäude-Sensorik unterstützten Key Performance Indexes (KPI) zur Erhebung von z.B. Performance-Beurteilungen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Zinsberechnungs-Nachweisen oder Steuernachweisen.

– Statistiken und Erhebungen seitens Bund, Behoerden und Ämter sind autonom – selbstverstaendlich mit zuvor wissentlich freigegebenen und so klassfizierten Daten-Teilbereichen (z.B. XML, IFC, Metadaten oder ganze Datensaetze, Plaene, Dokumente) – bedienbar fuer weitere Kostenoptimierungen auf Seite des Bauherren, Bewirtschafters und Behörden.

– Bewilligungsverfahren bezueglich Kosten und vorallem Durchlaufzeiten koennten stark optimiert und vereinfacht werden auf Seite des Bauherren, Planer und Bauamt.

– Bei der Bauobjekt-Nutzungsphase sind sehr viele Visionen und Technologien auf dem Markt verfügbar in Richtung „Betreutes Wohnen für z.B. ältere Menschen welche länger in den eigenen 4 Wänden anstelle in einem Pflegezentrum verbringen wollen“, intelligentes Wohnen, kommunizierende Haushaltsgeräte für automatisches Ordering von z.B. Service, Bestellungen, Reparaturen und dergleichen. Auch hier kommen die Visionen und Ansätze „Internet der Dinge“, „Fiber to the home (ftth)“ und letztlich „totale Haus-Vernetzung“ zum Zuge.

Qualitätssicherung
Letztlich und zusammengefasst entsteht eine bessere Qualität des Gesamten – unterstützt mit qualitativ und massgeschneidert aufbereiteten, zentral konsolidierten Informationen. Während des gesamten Baulebenszyklus wird dadurch auch die Qualitätssicherung optimiert und beherrschbarer.

Sicherheit ist gewährleistet und definierbar
Selbstverstaendlich waere dann in einem solchen System sehr klare Richtlinien und Einstellungsmoeglichkeiten unabdingbar fuer einen restriktiven Datenschutz zugunsten der Sicherheit. Die Klassifizierung von Daten fuer z.B. Public (Behoerden, Bund, Statistik) oder Private (Eigentuemer, Bewirtschafter, Datenmanager, Servicedienstleister) wuerde dies technisch und zentral ueberwachbar unterstuetzen.

10 Jahre Aufbewahrungs-Pflicht und revisionssichere Archivierung
Im weiteren waeren dann auch Themen der 10 Jahre Aufbewahrungspflicht von auftrags- oder system-relevanten Informationen abgedeckt. Dabei waere dadurch neu auch die revisionssichere Archivierung realisierbar.

Eine Art „Building Smart Cloud“ – auch zur Unterstützung der „Cleantech“-Zukunft
Letztlich wird man basierend auf diesen einzelnen Use Cases schnell erkennen, dass ein künftiges System welches auf einem intelligent orchestriertem Cloud-System basiert, eine schier unbegrenzte Anzahl von Potentialen erschliesst oder Nutzungsformen unterstützt z.B. von mobile Worklpaces, Apps, Webservices, Cloud, Big Data.
Durch solche optimierte Prozesse und auch Unterstützung der Automatisierung in der Bauindustrie entlang des ganzen Lebenszyklus werden auch Ansätze von „Cleantech“ gefördert und/oder gar ermöglicht durch die Einsparmöglichkeiten in allen Bereichen des Gesamtaufwandes / Energie / Kosten / Qualität.

 

PRO Innovation im Human-Kapital-Management

Im stetig wichtig werdenden Human-Kapital-Management gibt es aus meiner Sicht grundsaetzlich fuer alle neuen Ideen und Methoden-Ansaetze per Definition „nur“ ein PRO. Die auch hier dringend noetigen Reformen und Innovationen fordern gewisse Ueberwindungen zu bisherigen Prozesse und generischen Aussagen. Viel mehr braucht es eben genau darum einen gewissen Mut und Standing sich von alten, bewaehrten Paradigmen nicht einschraenken zu lassen auf der dringlichen Suche nach echten Innovationen und hoffentlich gar neuen (R)Evolutions-Schritten im kuenftigen Human-Kapital-Management. Und hier gehoeren aus meiner Ueberzeugung neue unterschiedliche, sauber evaluierte und unterstuetzende Hilfsmittel aus allen verfuegbaren Bereichen. Auch die Themen „Big Data“ / „Data Mining“ im HR verlangen immer mehr Daten aus welchen dann verwertbare, moeglichst breitgefaecherte Informationen extrahiert werden. Und auch hier werden personen-spezifische, vergleichbare, profund vor-bewertete Hilfsinformationen wie z.B. eben Astrologie, Social Media, Internet solche Informations-Extraktionen und Auswertungen differenziert unterstuetzen koennen. „Das Beste von Allem“ zaehlt also auch hier im HR-Bereich – also PRO Innovation!

Ueberwachung total – big brother / Big Data is watching or doesn’t care ?

big-brother-ueberwachung-staatstrojaner Bedarf_Lupe_PC_Monitor_Untersuchung

Maßnahmen der Überwachung können der Erhöhung der Sicherheit des menschlichen Lebens dienen, der Beobachtung von Naturerscheinungen, militärisch-nachrichtendienstlichen Zwecken, oder dem Werterhalt von Bauwerken und Investitionen
Ach ja?!

So lange es sich um „reines“ Monitoring von z.B. Naturgefahren oder technischen Anlagen handelt haben wenige was dagegen. Hinsichtlich den durch diese Messungen und Auswertungen realisierbaren Vorhersagen oder Trendauswertungen  für die Verhinderung oder wenigstens Frühalarmierung von Ereignissen wie z.B. Brand, Einbruch, Flugverkehrsproblemen, Verkehrstaus oder dann in extremis Atom-Ereignis, Tsunami, Angriffen entstehen echte, nutzbare „Mehrwerte“. Oder: ein Monitoring oder Trend-Auffälligkeiten welche via einer sicherlich bald verfügbaren aktiven „Health-Card“ Menschenleben retten oder verlängern kann wird – mit noch offenen Sicherheits-Themen, Interessen- und Ethik-Konflikten – ein Mehrwert darstellen wenn diese sinnvoll eingesetzt würde.

Mehrwerte – für wen?
Diese Mehrwerte sind immer relativ zum Auswertenden. Früher waren diese dann laufend erweiterten Mehrwerte, Ueberwachungen und Inhalte für halt dann leider auch z.B. Fichen-Akten, Stasi und auch Wirtschafts-Spionage und letztlich die Staaten.
Trotzdem profitieren wir heute auch von diesen Mehrwerten. z.B. Videoaufzeichnungen zur Steigerung der Sicherheit von Tiefgaragen / Wertobjekten / öffentlichen Plätzen, Kreditkarten-Bezugs-/Sperren aufgrund von neuartigen Mechanismen wie z.B. Geo-Location / Einkaufs-Verhalten schützen uns von Kontenplünderungen oder Shop-Einkäufen ab fremden oder ungewohnten Standorten oder Identitäten. Oder: Was sagen die Ermittlungsbehörden heutzutage an den Angehörigen oder Eltern auf die Frage hin ob das allenfalls „mitentführte“ Smartphone geortet werden konnte bzw. wieso „um Gottes Willen“ nicht ??

Handy und GPS – Segen und Fluch
Zum Höhepunkt der Telefonüberwachung – mit damals noch einfachen und teilweise halt auch „hörbaren“ Abhörmethoden – gesellten sich neue Zielobjekte wie die kofferraumgrossen Natels dazu, begleitet mit weiteren tragbaren Sensoren wie GPS-Empfänger.
Der Start der totalen Mobilität und dadurch auch der totalen Ueberwachung verdanken wir unteranderem auch der laufenden Weiterentwicklung von den überall integrierten Sensoren.
Fortan war jeder mittels seinem Handy oder GPS-Empfänger relativ einfach auffindbar innerhalb der jeweiligen Sende-Zelle des Mobilfunkanbieters (damals noch relativ gross-maschig) oder der GPS-Koordinaten. Auch entstanden neue bequem per Webbrowser aufrufbare Funktionen wie z.B. das Auffinden des Smartphones auf einer Google-Karte mit einer Genauigkeit je nach Mobil-Funk-Zellen-Dichte von einzelnen hundert Metern (Dumm nur wenn jemand das macht für nicht nur sein eigenes Smartphone …)

Maschinen sandten dumme Signale / Roh-Daten – Menschen senden fixfertig auswertbare Informationen
Die fortschreitende rasche Weiterentwicklung des Internets, Smartphones, Social Media komprimierten die Informationsdichte und Informationskadenz der Teilnehmer und die Ueberwachenden musste nichts mehr gross auswerten … „Hallo Welt! Ich bin gerade im Kino Maxx in der Reihe 8 und später im Club X-Tra …“ Das Privatleben wurde zum Publicleben. Big Brother ursprünglich im Fernsehen – und später selbstverschudelt im Privatleben / Social Media … – wurde normal und akzeptiert. Und ploetzlich erachteten wir diese Art von Überwachung toll!

Generation XY – Ueberwachung ja (gerne sogar …) – Streetview? Nein!!
Diese Art von Exhibitionismus eröffneten nicht nur an den „bösen“ Ueberwacher ungeahnte Möglichkeiten … Die „guten“ Datensammler und Auswerter wie z.B. Google, Facebook, Twitter, Blogs, Xing, Amazon bekamen zunehmend gratis Informationen zugespielt zu Surf- und Einkaufs-Verhalten und offenbar hat niemand so  richtig was dagegen bzw. nimmt das stillschweigend hin. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen werden ja eh nicht gelassen oder nicht vollständig verstanden – also mal einfach toleriert.
Umso mehr befremdend ist es wenn dann der Volksmund oder teilweise die gleichen Informations-Lieferanten (noch) Vorbehalte hegen gegen z.B. Google Streetview wo sie allenfalls sogar noch (ach wie schrecklich…) erkannt werden könnten auf einer Strassen-Aufnahme … Wie war das noch genau mit den hunderten von Privat-Fotos, Selfies auf Facebook etc. ?! Google mag ein „Daten-Kracke“ sein, aber die Online-Menschen sind regelrechte „Daten-Schleudern“

Wir ziehen uns schließlich auch keine schusssichere Weste an, bevor wir das Haus verlassen!
Also schützen wir uns (leider) auch meist nicht sonderlich speziell gegen Datenmissbräuchen im Internet oder Social Media Kanälen. Wir schützen unsere Daten nicht, wir schleudern diese in die ganze Welt!

„Oeffentliche“ No-Spy-Abkommen zwischen den Staaten mussten her – bei gleichzeitigem dadurch nötigem Rückzug in die „geheimen“ Dunkelkammern.
Fortan war die Ueberwachung und Spionage von Staaten, Firmen nicht mehr öffentlich (nur noch eben in den Dunkelkammern) erlaubt. Die Ueberwachung des Privatlebens – der Mensch und seine Intimsphäre – mussten nicht mehr geregelt werden: Dieses Privatleben war schon lange seitens der Menschen selber halb-öffentlich einsehbar und abonnierbar verfügbar auf mehreren Social Media Kanälen.

Böser BigBrother! Lieber Mitarbeiter!
Das Controlling in den Firmen in Bereichen wie Finanzen, Risiken, Prozessen wurde bald mal im Interesse der Organisation erweitert auf den Mitarbeiter.
Es bestanden jedoch noch viele Lücken und fehlende Gesetze, Vorschriften und letztlich nicht existente Arbeitsvertrags-Bestandteile welche diese Art von Mitarbeiter-Ueberwachung und Mitarbeiter-Controlling erschwerten und mitunter zu stümperhaften Massnahmen wie z.B. illegale Videoüberwachung an den verrücktesten Arbeitsbereichen, ebenfalls gesetzwidrige Anwender- und System-Aufzeichnungen oder Mail- und Internet-Verhaltens-Auswertungen führten. Sogenannte ICT-Security Policies für Mitarbeiter mit der klaren Kommunikation und technischen Hinweisen zu möglichen Auswertungen bei Verdachtsmomenten oder zum Schutze der Firmendaten / Firmennetzwerk sind bei weitem noch nicht verbreitet. Die bedarfsgerechte Entwicklung und Definition muss auch sauber begleitet sein von parallel laufenden Massnahmen wie z.B. Mitarbeiterinformation, Mitarbeiterschulung, Sensibilierungen oder gar entsprechenden Sicherheits-Tests. Das unverändert grösste Risiko in einer Organisation ist und bleibt der Mensch. Schon lange richten sich professionelle Attacken, Spionageversuche zielgerichtet und ausgeklügelt an die Mitarbeiter selber (sogenanntes „Social Engineering“). Es gibt diverse haarsträubende aber halt menschliche Erfolgs-Beispiele wie z.B. „Ich bin von der IT-Abteilung / von der Bank. Könnte ich kurz Ihr Zugangs-Kennwort haben?“, „Darf ich kurz auf Ihrem Bildschirm zugreifen per Fernsupport“, „bitte klicken Sie in diesem Mail auf den Link und geben Sie Ihre Daten ein“. Die andere dunklere und letztlich sicherheitstechnisch ausnutzbare Seite des Sicherheits-Faktors Mensch sind unteranderem auch Bestechlichkeit, Unzufriedenheit, Rache, Mobbing welche dann auch zu ungefragten Datenherausgaben / Sicherheitslücken führen können.

Rasterfahndung / Profiling / Auffallen (um jeden Preis?)
Wer die „Fenster-Rolladen“ die ganze Zeit unten hat ist auch im alltäglichen Leben auffallend und wird näher kontrolliert … Rasterfahndung-artige Ueberwachungen von Telefonaten / Emails / Internet-Verkehr nach Schlüsselwörtern wie „Bombe“, „Angriff“ waren natürlich speziell ein Thema nach dem Weltereignis 9/11. Eine neue und erweiterte Art von Profiling aufgrund von Datenerhebungen / Datenauswertungen im grossen Stil (Big Data, Data Mining) fand Einzug in der Staats-Ueberwachung. Viele Organisationen und Gruppierungen suchten dann entsprechend andere Wege in ebenfalls „Dunkelkammern“ und im Verborgenen. Diese vermeintliche Unauffälligkeit war in sich wieder auffällig. Die Frage stellt sich auch mal in die entgegengesetzte Richtung: Besteht eine „Art“ Sicherheit durch „taktische“ Offenheit.

Staats-Trojaner, Daten-Vorratsspeicherung – wieso auch: NSA machte das ohne Gesetz
Es scheint, dass ein gesundes Mass an sinnvoll vertretbarer Ueberwachung akzeptiert oder gar erwünscht ist aus genannten Gründen, Beispielen und gar Mehrwerten je nach der Art und Weise der Ueberwachung und Auswertung. Das ganze wird dann jedoch problematisch wenn dann gewisse Aktivitäten auf Vorrat und ohne erhärtete Verdachtsmomente erfolgen – der sogenannten „Vorrats-Datenspeicherung“ (ein Art von laufender Ueberwachung ohne Grund).
Auch ich kann davon mit einem Beispiel berichten als wir als Internet-Provider gegenüber des Bundes die Mailüberwachung aktivieren mussten. Diese Mailüberwachung zeichnete KEINEN laufenden Emailverkehr auf, konnte dann jedoch bei Bedarf und gemäss richterlichem Beschluss initiiert werden mit einem offiziellen Ablauf und vordefiniertem Prozess.
Es scheint jedoch – im nachhinein betrachtet – dass alle diese verabschiedeten und auferlegten Massnahmen im Verhältnis zur effektiven Eintrittswahrscheinlichkeit in einem unertragbaren Missverhältnis zum Aufwand und Administration stand.
Der Fall der Staats-Spionage seitens z.B. NSA (die werden nicht die einzigen sein …) hat einem aufgezeigt, dass eine vermeintliche oder staatlich vorgegebene Ueberwachungs-Massnahme absolut lächerlich erscheint im Vergleich zu den bereits seit Jahren laufenden anderen Aktivitäten in der globalisierte und total vernetzten Welt …

Cyberwar und Staats- / Firmen-Spionagen auf Befehl!
Es gibt viele Berichte und Hinweise (unteranderem vom CCC Chaos Computer Club und der Fachpresse), dass nachverfolgbar aus militärischen Einrichtungen / Geländen / Gebäuden riesengrosser Datenverkehr und gezielte Anfragen oder Angriffs-Versuche erfolgen mit einer minutiös geplanten und sehr systematischen (offenbar hoch-standardisierten) Vorgehensweise … und dies ja nachvollziehbar auf Befehl hin vom Staat oder Militärs / Firmen.
Auch sehr erfolgreich geführte und gewonnene Kriege mittels internetbasierten „Social Media Revolutionen“ oder „Shit Storms gegen Personen und Firmen“ sind ernstzunehmende Angriffs-Gefahren für alle.

Wettrüsten? Welche Mittel für den neuen, künftigen Krieg?
Man muss kein Militär-Experte sein um feststellen zu können, dass der „Gripen-Kauf“ in der Schweiz in Anbetracht der Eintrittswahrscheinlichkeit eines solchen kriegerischen Ereignisses THEORETISCH alle paar Jahrzente passieren kann… die Angriffe jedoch im Cyberwar von Staatstrojanern / Hackern / Internet-Spionage passieren PRAKTISCH TAEGLICH – und dies Tag und Nacht. Es stellt sich die Frage für was wir den als Beispiel eben unseren Luftraum schützen mit neuen „Gripen“ und aber die viele nähere – und bereits in unseren Privaträumen und Firmen eingeschleuste – Gefahr aus dem Internet und ebenso aus unseren eigenen Reihen (Staat, Bundespolizei) offenbar noch nicht adäquat bekämpfen?

Echte Gefahren und auch Staats-Uebungen müssen jedem Bürger zu denken geben!
Es kommt entsprechend nicht von ungefähr wenn der Bund in einem gross angelegten Uebungs-Szenario von folgenden Umständen ausgeht in deren Uebungs-Umgebung: „Ein Cyber-Angriff legt die Stromversorgung lahm und führt auch zu massiven Störungen und gar radioaktiven Austritten in Atom-Kraftwerken nach entsprechenden weiteren System-Ausfällen auf der Zeitachse“ … Was macht nun das Militär? Wo sind oder was nützen dann die neuen „Gripen“-Flugzeuge? Weiteres Beispiel: Was würde passieren wenn jemand die Wasserversorgung von Gross-Städten hinsichtlich der Sensoren, Hygiene auf technischer Ebene manipulieren würde (selbstverständlich auch die Ausfall-Sicherungen und Zusatz-Ueberwachungs-Mechanismen und auch simplen physikalischen / chemischen Systeme) mit dem Ziel das Wasser kontaminieren?

Neue Bundesstellen und Experten-Gruppen: Unterstützung oder nicht für das hoffentlich schon vorhandene Risk-Management und durchdachten Notfall-Szenarien?
Es gibt schon länger seitens Bund ins Leben gerufene Bundesstellen und auch neu einer speziellen Experten-Gruppen die sich mit den entsprechenden Risiken und Gegenmassnahmen befassen. Ich hoffe, dass diese Experten-Gruppen auch was hinterfragen bezüglich der landes-inneren Sicherheit oder Ueberwachungs-Gelüsten von manchen Politikern, Bund und Firmen selber. Experten-Gruppen sind immer so gut wie umfassend und möglichst breitgefächert diese aufgestellt ist und möglichst viele Querinputs aus den unterschiedlichsten Fragestellungen, Disziplinen und Gesamt-Risk-Management einbringen kann. Aus Interesse wurde auch ich vorstellig und wurde kontaktiert von 2 Personen von Bundesbern (übrigens auch andere Unternehmer-Kollegen) und informiert über das Interesse und die nächsten denkbaren Schritte der Experten-Gruppen-Bildung. Weder meine Unternehmer-Kollegen noch ich hörten wieder was – trotz auch höflichem Nachfragen … Wie wollen solche Bundes-Stellen die Landesgrenzen oder das Land schützen wenn nicht mal die x-tausenden von Firmen und Privat-Personen über adäquate Sicherheits-Technologien und Sicherheits-Prozesse verfügen und so die innere Sicherheit oder Einstiegs-Schleusen (Backdoors) jenseits der theoretisch geschützten Grenzen eröffnen und anbieten??!

Das Wettrüsten geht weiter nach der Schaffung von neuen Staats-Stellen, Experten-Gruppen („Menschen“) und Prozess-Definitionen mit neuen Technologien und „Maschinen“
Ein regelrechter Ueberwachungs- und Spionage-Boom floriert und Staats-Behörden wie halt auch die amerikanische NSA lässt die Muskeln spielen mit einer Riesen-Maschinerie von leistungsfähigsten Rechnern, Netzwerken, Analyse-Algorithmen.
Die staatlich geprüften und beauftragten Daten-Sammler, Daten-Schnüffler und Hackers entwickeln die Systeme weiter und verlangen / brauchen immer leistungsfähigere Systeme und Gross-Rechner. Das „Quanten-Computing“ ist schon längstens Realität in den Dunkelkammern und die entsprechende auswertbare Datenmenge (Stichworte: Big Data, Data Mining) ist gigantisch und die Auswertbarkeiten und Trefferquoten von Algorithmen erschreckend.

Schreckensgespenst Big Data aus der Dunkelkammer ?! Gutes Big Data, böses Big Data?
Für jedes durchaus positive Beispiel und Riesenpotential von Big Data / Data Mining im öffentlichen Leben / Privatsphäre fallen mir ebenso halt auch Horrorszenarien ein leider … aber: wir werden in gewissen Bereichen wie z.B. Forschung, Medizin, Umweltvorhersagen, Welternährung, , Kryptografie, Sicherheit, Innovationen nicht um das „gute“ Big Data drumherum kommen für nächste nötige echte (R)Evolutions-Stufen

Innovationen durch Big Data? Welt-Macht!?
Das automatisch fahrende GOOGLE-Auto welches – ausgestattet mit z.B. 64 Lasern – die Umgebung in Echtzeit erfasst und auswertet und zusammen mit vorhandenem Datenmaterial wie Google Maps, Google Streetview kombiniert und das Auto „automatisch“ fahren lässt wird schon länger erprobt und hat bereits eine Zulassung erhalten in der USA in Nevada.
Google scheint ja wirklich nett zu sein ?! Dass dabei jedoch gleichzeitig die Fahrzeuge aktuelle Echtzeit-Daten direkt zurückspeisen zum „Daten-Kracke“ Google liegt auf der Hand und stärkt die Daten-Macht und Markt-Position weiter… Wird mal aus solchen Daten-Machten eine Welt-Macht wie die USA oder Russland?

Schutz in Mega-Datacenters oder Mega-Clouds? Die Nadel im Heuhaufen finden
In Anbetracht von Themen wie Big Data und gezielten Personen- und Firmen-Spionagen muss man ja beinahe darüber nachdenken ob künftig der „beste“ Schutz gegeben ist bei möglichst den grössten Anbietern mit den grössten Datenmengen welche dann schwerer auszuwerten wären aufgrund der Datenmengen (Datenmenge pro Zeiteinheit versus Auswertbarkeit durch Daten-Schnüffler – oder einfachere Analogie: Die Nadel im Heuhaufen finden) Auch hier geht es letztlich nicht mehr um Technologie-Fragen sondern um das persönliche oder firmen-relevante Risk-Management. Das Risiko ist allgegenwärtig und muss richtig klassifiziert / bewertet zu den richtigen Schlüssen / Vorkehrungen und Gegenmassnahmen führen. Und dies muss nicht immer zwingend auf technischer Ebene erfolgen.

Zitate:
«Voltaire sagte vor 200 Jahren, die Gedanken sind frei. Nun gilt scheinbar: ‚Die Gedanken sind frei zugänglich»

Weiterlesen