CyberSecurity und Privacy: Immobilienwirtschaft als Datensammler wider willen!?

Im Rahmen der in der Schweiz in Vernehmlassung stehenden Datenschutz-Gesetz-Ueberarbeitung (CH-DSG) und im Zuge der Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO / GDPR) sind alle Akteure in der ganzen Wertschöpfungskette der Immobilien-Wirtschaft und entsprechendem Lebenszyklus wahre (unfreiwillige…) Datensammler von personenbezogenen Daten.

In der ersten Vor-Klassifikation von entsprechenden personenbezogenen Daten fällt speziell auf, dass die kontextbezogene Quantität und vorallem prozessrelevante Qualität (Detaillierungsstufe von personensensitiven Informationen) schon sehr hoch ist, sehr früh beginnend bei z.B. der Qualifizierung , Bewertung und gar Profiling von Wohnungsinteressenten, Leads, Verkaufschancen, Verlauf, Aktivitäten über Miet- und Kauf-Vertrag mit Bank- und Konten-Informationen bis hin zu Abrechnungen, Nachweisen, Wünschen, Handwerker, Lieferanten und Unterhalt.

Mit diesen anvertrauten Daten müssen die Firmen – je nach Rolle oder Mandat als fortan gesetzlich schärfer regulierter Auftrag-Datenverarbeiters bzw. Datenverarbeiter – zukünftig noch sensibler umgehen bzw. die Daten-Sicherheit UND Daten-Schutz sicherstellen und beweisbar nachweisen.

Mittels der angesprochen Daten-Klassifizierung, Dokumentation / Verzeichnis, Verarbeitungsnachweis und Prozess-Definitionen bei z.B. Behörden-Anfragen, Auskunftspflicht, Meldepflichten (innert 72h), Datenschutz-Verletzungen, Kommunikation, Formularverarbeitungen, Datenflüssen, Schnittstellen, Datenlöschungen, Privacy by default sind erste relevante Schritte zu forcieren. Dies ist bereits ein adäquater Start in einen beweisbaren Tätigkeitsnachweis und kann als hilfreicher Beweis zur nötigen, ernsthaften Sensibilierung positiv referenziert werden.

Durch eine solche dokumentierte Ernsthaftigkeit und Auseinandersetzung ist man sehr wahrscheinlich schon mal von einem möglichen Vorwurf oder gar Tatbestand „fehlender Datenschutz“ befreit und auf gutem Wege, einen datenschutz-technisch mittlerweilen essentiellen Reifegrad zugunsten des künftig zunehmend geforderten Datenschutz zu erreichen.

Einen Reifegrad zu erreichen reicht jedoch schon lange nicht mehr im Kontext der Disruption in der Digitalisierung und dynamischen Bedrohungslagen im Zeitalter von CyberCrime / CyberSecurity.
Die fortwährende Auditierung, Bewertung, Monitoring und auch Ausrichtung an „best practices“ erweitert über „privacy by default“, „Security by design“ bis hin zu „Stand der Technik“ ist unumgänglich.

Auch werden die Mieter / Käufer / Auftraggeber (oder sonst auch Verbände oder Aemter) die ausgebauten Grundrechte bzw. deren expliziten Datensubjekt-Rechte stärker und aufwandintensiv(er) einfordern.
Hier werden Themen zu lösen und nachzuweisen sein in z.B. Auskunftsrecht, Einwilligung, Recht auf Löschen / Vergessen, Datenportabilität, Datenminimierung, Verwendungszwecke (inkl. Informations- und Einwilligungs-Pflicht bei Aenderungen) oder gar Datenflüsse.

Dass es hierbei eine erweiterte, klar definierte und auch nach aussen kommunizierbare Zuständigkeit und Sensibilisierung / Schulung des Managements und Mitarbeiter braucht zum Themenkreis Datensicherheit, Datenschutz bzw. CyberSecurity ist sicherlich selbsterklärend. Ein sogenannter Datenschutzbeauftragter (intern oder extern) der entsprechende Datenschutzfolgenabschätzungen im Rahmen des ICT- Risk-Management durchführt, begleitet oder verantwortet wird im CH-DSG referenziert / empfohlen und aber im EU-DSGVO / GDPR explizit verlangt.

Datenschutz / Sicherheit / CyberSecurity ist eine gemeinsam geteilte Verantwortung unter allen Akteuren.

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swissICT – swiss IT Magazine – Herausforderungen für eine möglichst souveräne Schweiz im globalen Cyber- und Informationsraum

Publiziertes Interview / Artikel bei swissICT / Swiss IT Magazine im Rahmen der Digitalisierungs- / CyberSecurity-Awareness-Serie von swissICT Redaktions-Mitglied Fridel Rickenbacher.

Der Zuger Ständerat und Sicherheitspolitiker Joachim Eder erläutert im Interview die Herausforderungen für eine möglichst souveräne Schweiz im globalen Cyber- und Informationsraum. Seine und von Kollegen eingereichte Motionen in Bundesbern zugunsten des Schutzes der Schweiz vor Cyber-Risiken sehen vielversprechend aus.

swissICT-Mitgliedermagazin-Nr22018-CyberSecurity-Ständerat-Eder

swissICT-Magazin-Ausgabe-2-2018-Staenderat-Joachim-Eder-Sicherheitspolitik-CyberSecurity-Schweiz

 

sh@re to evolve #45 – «Licht» in die jahrelang dynamisch gewachsene «Schatten-Informatik» (Shadow IT)

Erst wenn “Licht” in die jahrelang dynamisch gewachsene “Schatten-Informatik”  (Shadow IT) gelangt, kann die befreite Basis und nötige Transformation entstehen für neue Geschäftsmodelle

Beitrag Gewerbeverband ksgv.ch

ksgv.ch – Gewerbeverband – AntiShadowIT – Ausgabe März 2017 – Fridels_BLOG_F@R

 

Strategien und Führung zu Innovationen und Digitalisierung funktionieren wie rettende Fallschirme … am besten wenn sie offen und „secure minded“ sind.

“Leadership – The Swiss Way” heisst für mich: “Strategien und Führung zu Innovationen und Digitalisierung funktionieren wie rettende Fallschirme … am besten wenn sie offen und „secure minded“ sind.” https://www.swissleaders.org/fridel-rickenbacher/  #SwissLeader

 

100% «sicher» ist: BIM ist durchgestartet und etabliert sich. Aber ist BIM technologisch 99% «sicher» genug?

„100% «sicher» ist: BIM ist durchgestartet und etabliert sich. Aber ist BIM technologisch 99% «sicher» genug?“

Fridel Rickenbacher
Unternehmer, geschäftsführender Partner, VR, Fachgruppen-/Verbands-Aktivist und Partner, Akteur und Projektleiter bauen-digital.ch für die These «BIM ICT-Architektur- / Security- / Audit-Framework > Security minded building information modelling».

Die Industrie 4.0 und die entsprechende Digitalisierung der Planungs- und Bau-Prozesse mittels BIM fordert integrierte und robuste Prozesse als Rückgrat der “massive interconnected”, integrierten Schnittstellen und Collaboration.

Dies sollte auch auf Basis von resilient orchestrierten ICT-Systemen / sicherem Coding mit dem Fokus auf maximales, auditierbares «Security by design» mit dem Ziel der bestmöglichen Angriffs- und Betriebs-Sicherheit bei maximalen Datenschutz- / Privacy-Aspekten unterstützt werden.

Ein solches denkbares «Security minded» Modell dient auch als Sensibilisierung / Mindset zur maximalen Sicherheits-Orientierung und Auditierbarkeit in Systemarchitekturen mit allen Akteuren. Entsprechende Akteure Mensch – Prozesse – Technologie sind gemäss deren Stärken und Schwächen zu befähigen und passend einzusetzen.

Jedes digital unterstützte ist bekanntlich nur so gut wie das schwächste Glied in der «massive interconnected» Kette. Ein einzelnes Ketten-Glied oder Zahnrad im Getriebe kann bei Problemen entsprechende vitale Verfügbarkeitsdefizite zur Folge haben mit leicht vorstellbaren, kostspieligen Auswirkungen auf die digitalen Planungs- und Bau-Prozesse.

Im Zeitalter der totalen Vernetzung (“massive interconnection”) nimmt ebenfalls der Bereich “Sicherheit von verteilten Systemen” einen sehr grossen und mitunter auch business kritischen Stellenwert ein.

Hierbei sind auch übergreifende Verwaltungs-Parameter wie Zugang / Identität / Rechte / Privacy / Verschlüsselung/ Klassifizierung einzubeziehen.

Mittels einem möglichst trenderkennenden, gar vorausschauendem Monitoring- und Reporting-System kann die Resilienz eines solchen Gesamtsystem zusätzlich unterstützt und optimiert werden.

Der Anspruch von möglichst «Open Systems / Standards» und auch «Datenhoheit der Datensubjekte» verlangt nach ebenso möglichst offener (cross-connect, transparency) aber zugleich möglichst sicherer Datenbehandlung / Collaboration der Akteure (Mensch und Prozesse). Dies leider als nicht überall vereinbarer Widerspruch zwischen Offenheit und jedoch möglichst isolierten, geschlossenen Systemen bei möglichst maximalen Sicherheits-Stufen.

Hierzu sollen möglichst produkte- und methoden-neutrale Ansätze / Fragestellungen zu nachhaltigen Lösungen führen zugunsten von optimierter Angriffs- und Betriebs-Sicherheit.

Basierend auf gängige Industriestandards (Stand der Technik) wäre es anzustreben, dass jede Firmen- / Projekt-Grösse solche entsprechende “best practices” adaptierbaren kann.

Durch das Inventarisieren und Klassifizieren von Systemen / Schnittstellen und Daten können rasch und effizient erste Grundlagen und Schritte vollzogen und erreicht werden auf dem Weg zum Ziel der für BIM nötigen integrierten, sicheren Collaboration. Je nach Vernetzung des Gesamtsytems sind möglichst auch firmen-, system- und organisations-übergreifende Aspekte zu bewerten.

Durch ein solches prozessuales und technisches Register sind auch erste unterstützende Grundlagen und erste Tätigkeitsnachweise geschaffen für kommende Regulationen rund um den Datenschutz (z.B. CH-DSG, EU-DSGVO/GDPR, ePrivacy). Deren immer weitergehenden Anforderungen für Auskunftspflichten, Auskunftsperson, Beweispflicht, Meldungsprozess, Datenschtzfolgeabschätzung, Audit von übergeordneten Rechten von Daten-Subjekten bedürfen entsprechend einer umfassenden Beurteilung und Nachweis.

Eine nachhaltige ICT-System- und Methoden-Entwicklung sollte möglichst offen formuliert gestaltet und ausgerichtet werden im Sinne der sich laufend dynamisch weiterentwickelndem «Stand der Technik / state of the art technology» und Datenschutz-Anforderungen. Solche «offenen» Formulierungen sind schon länger zu beobachten, auch in Bereich von Vernehmlassungen zu Normen und Gesetzen oder Vertragsbestimmungen.

Im Zuge der sich rasant weiterentwickelnden Technologien rund um auch Artificial Intelligence / Künstliche Intelligenz (AI / KI) oder dem Teilbereich “Machine Learning (ML)” liegt es in Zukunft auf der Hand, dass entsprechende Cyberattacken, Staats-/Industrie-Spionage oder weitere Innovationen und Hypes solche fortwährenden, offen formulierte Orientierungen an «Stand der Technik / state of the art technology» unumgänglich und matchentscheidend machen.

Themengezielte Orientierungen an aktuelle “Stand der Technik” / “best practices” Adaptionen wie die britische PAS 1192-5:2015 (derzeit als Beispiel einer der wenigen Orientierungspunkte im Bereich des BIM-Maturity-Levels für diesen Teilaspekt ICT / Security) sind weitere Hilfsmittel und Orientierungspunkte auf dem Weg einer nachhaltigen, aber möglichst offenen Gesamtsystem-Entwicklung. Ebenfalls unumgängliche Anlehnungen an Datenschutz Regulationen in der Schweiz und Europa zu Aspekten wie z.B. Datenschutz CH-DSG, EU-DSGVO / GDPR, e-Privacy, Elektronische Identität CH-e-ID, elektronische Identifizierung EU-eIDAS sind sehr relevant.

Eine entsprechend intelligent orchestrierte, vollintegrierte ICT-Gesamtarchitektur / Framework mit Maximierung von Angriffs- und Betriebs-Sicherheit wird zu einer mittragenden Säule in diesem Anwendungsfall für die interdisziplinäre Erreichung des möglichst höchsten BIM-Maturity Levels. Branchen- oder themenspezifische Audits oder gar Zertifizierungen dienen hierbei als weitergehende Qualitätsmerkmale und Differenzierungs-Elemente im dynamischen Marktumfeld.

100% sicher ist ebenfalls: Es gibt keine 100% Sicherheit – für nichts und niemanden.

Die Krux von BIM bzw. Digitalisierung: Neue Geschäftsmodelle im Digitalisierung Zeitalter mit zunehmendem Fokus auf «data monetization» und “business model maturity” basieren zunehmend jedoch zu 100% auf integrierte Akteure, Prozesse, Daten und Systeme und deren sicherzustellenden Verfügbarkeiten.